21. Februar 2013

Keyflower - 3..2..1..meins!...und Deins!

Hallo,
heute besiedeln wir mal wieder etwas im mittelalterlichen Umfeld. Hörte ich da ein Gähnen? Jetzt nicht  gleich wegklicken, denn bei "Keyflower" gibt es ein paar schöne Mechanismen, die man so nicht in vielen so genannten Euro-Games findet. 
"Keyflower" ist ein wirklich klassisches  Euro-Game, indem alle friedlich versuchen ihre kleine Siedlung aufzubauen. Das Spiel ist bei R&D Games erschienen und wird in Deutschland über den Verlag "Huch! & friends" vertrieben. Entwickelt wurde "Keyflower" von Sebastian Bleasdale und Richard Breese. Der Name ist an das berühmte Schiff "Mayflower" angelehnt, dass die ersten Siedler in die neue Welt brachte.  Das Spiel ist in der "Key-Welt" angesiedelt. Ebenso wie einige andere Spiele vom Autor Richard Breese.(Keythedral, Key Market, Key Harvest usw.)

Hier ein kurzer Überblick in Videoform:

 
"Keyflower" wird über vier Runden (Frühling, Sommer, Herbst und Winter) gespielt. Verschiedene Arbeiter treffen mit der "Keyflower" und deren Schwesterschiffe ein, und manche dieser Arbeiter besitzen Fertigkeiten in der Verarbeitung der wichtigsten Rohstoffe Eisen, Stein und Holz. Im Winter wählen die Spieler bestimmte Dorfplättchen zur Versteigerung aus und dabei können viele Siegepunkte für bestimmte Kombinationen gewonnen werden. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten am Ende des Spiels ist der Gewinner. 

Das Spiel kann mit 2-6 Spielern in 90-120 Minuten gespielt werden. Ich habe es bis jetzt leider erst ein einziges Spiel spielen können, aber mir hat es auf den ersten Blick echt gut gefallen. Der Versteigerungsmechanismus ist sehr interessant gelöst und auch wenn man ein Plättchen nicht erhalten hat, kann man es immernoch beim Mitspieler nutzen. Wer etwas komplexere Strategietitel mit einer ruhigen Spielentwicklung und wenig Konfliktpotential mag, der kann ruhig zugreifen.

Vielen Dank an "Huch! & friends" für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Die Spielschachtel

Der Inhalt; den Sortierkasten habe ich beigesteuert
Der Spielinhalt umfasst:
  • 64 große, sechseckige Plättchen
    • 4 Reihenfolgeplättchen, 6 Schiffsplättchen, 6 Hofplättchen, 48 Dorfplättchen
  • 48 kleine Fertigkeitsplättchen
    • 16 Ambosse, 16 Spitzhacken, 16 Sägen
  • 120 Rohstoffmarker aus Holz
    • 48 Gold (gelb), 24 Eisen (schwarz), 24 Stein (grau), 24 Holz (braun)
  • 141 Arbeiter aus Holz
    • 40 blaue, 40 rote, 40 gelbe, 20 grüne, 1 lilafarbener Startspielermarker
  • 6 Sichtschirme
  • schwarzer Stoffbeutel (für die Arbeiter)
  • zwei Anleitungen (deutsch, englisch)
Das Spielmaterial hat eine tolle Qualität. Viel Holz, dicke Pappe und das besondere ist, dass die Sichtschirme alle unterschiedlich gestaltet sind. Bei dem Spielmaterial wurde wirklich viel Wert auf viele kleine Details gelegt, z.B. ist das Startspieler-Meeple ein winkender Meeple. Dieser Aufwand hätte eigentlich nicht sein müssen, aber sie machen doch ein wenig den Charme dieses Spiels aus. Viele, viele Kleinigkeiten, die auf den ersten Blick gar nicht ins Auge stechen. Auch auf den Dorfplättchen gibt es einiges zu entdecken.

Die Anleitungen
Die Anleitung ist sehr ausführlich und manchmal etwas unübersichtlich, da es viel Text zu lesen gibt. Manchmal wäre weniger, mehr gewesen. Gelungen finde ich die Schnellregeln, die einen schnellen Einstieg garantieren, wenn man das Spiel nach einer längeren Pause wieder hervorholt. Auch sind am Ende nochmal alle Dorf- und Schiffsplättchen genauer erläutert, falls es einmal Unklarheiten geben sollte. Aber eigentlich ist die Symbolik recht einfach und schnell verstanden.

Ein Beutel voller Meeple
Rohstoffe, Startspieler, Fertigkeitsplättchen & grüne Arbeiter
Die sechs verschiedenen Sichtschirme
Die Innenansicht
Die Sichtschirme sind wirklich toll. Nicht nur von außen sind sie unterschiedlich gestaltet, sondern auch die Innenansichten sind sechsmal unterschiedlich.

Dorf-, Schiffs-, Hof- und Reihenfolgeplättchen
Bei den Plättchen ist anzumerken, dass die Plättchen mit zwei verschiedenen Sprachen versehen sind. Es ist immer der englische und deutsche Name aufgedruckt, so dass das Spiel auch ohne Problem international gespielt werden kann. Denn bis auf die Namen der Dorfplättchen werden nur verständliche Symbole eingesetzt.

Sommer
Frühling

Winter
Herbst





































Die Hofplättchen

Die Zugreihenfolgeplättchen

Die Schiffsplättchen
Jede Jahreszeit kommt eine bestimmte Anzahl von Dorfplättchen ins Spiel (abhängig von der Spielerzahl). Die Spiele entwickelns sich immer unterschiedliche, da niemals alle Dorfplättchen zur Versteigerung stehen und somit immer neue Kombinationen entstehen können. Die Spieler bieten mit ihren Arbeitern auf die Plättchen, damit Sie diese an ihren eigenen Hof anbauen können. Alternativ können auch die Fähigkeiten der Plättchen genutzt werden, auch wenn das Plättchen dem Spieler gar nicht gehört. Dabei ist aber zu beachten, dass der Arbeiter dann in den Vorrat des anderen Spielers wandert.
In den folgenden Bildern will ich versuchen den Spielablauf kurz darzustellen. 

Jeder Spieler besitzt Arbeiter verschiedener Farben & Fertigkeitsplättchen
Der Spielaufbau für ein 2-Spielerspiel im Frühling
Bietwettstreit um den Steinhauer
Jedem Spieler wird eine bestimmte Plättchenseite zugeordnet, damit man später unterscheiden kann, wer welches Gebot abgeben hat. Dabei gilt, dass die gleiche Farbe, wie das erste Gebot ist, weitergeführt werden muss. In dem Beispiel hat der "rechte Spieler" einen gelben Arbeiter auf das Gebäude geboten. Danach hat der "linke Spieler" das Gebot mit zwei gelben Spielern erhört. Man muss ein Gebot immer erhöhen. Der Gewinner erhält das Plättchen und darf es an seinen Hof anbauen. Die Arbeiter, die gewonnen haben, gehen wieder zurück in den Beutel und die Arbeiter des unterlegenen Spielers wandern wieder zurück hinter den Sichtschirm des Spielers. 
Der Arbeiter, der auf dem Plättchen steht, hat dafür gesorgt, dass der Spieler 2 Stein erhalten hat. Dieser Arbeiter wandert dann zu dem Gewinner des Plättchens. 
Ich finde diesen Mechanismus sehr interessant, denn er sorgt für viele strategische Überlegungen. Allerdings ist es immer möglich ein Plättchen weiter zu nutzen, auch wenn es dem Spieler nicht gehört. Man darf seine Arbeiter auch beim Mitspieler einsetzen, allerdings sollte man dann bedenken, dass der Arbeiter danach dem Mitspieler gehört. 

Reihenfolgeplättchen & Schiffsplättchen

Auf das Zugreihenfolgeplättchen wird genauso geboten. Der Gewinner, darf sich als erster das Schiff mit den ankommenden Arbeitern und zusätzlichen Fertigkeitenplättchen aussuchen. Dadurch kann ein gewisser Vorteil entstehen, so dass das Reihenfolgeplättchen manchmal stark umkämpft ist.

Bietphase im 2-Spieler-Spiel
Nach der Bietphase müssen die Plättchen alle an den eigenen Hof (passend) angelegt werden. Carcassonne lässt grüßen. 

Der entwickelte Hof

Nach und nach entwickelt sich somit der eigene Hof. In den späteren Rundern werden die Arbeiter nicht nur im "Biet-Bereich" eingesetzt, sondern auch im eigenen oder fremden Hof. Es werden Rohstoffe produziert, transportiert und Gebäude aufgewertet, damit sie mehr Siegpunkte einbringen.

Der einfache Steinhauer
Der verbesserte Steinhauer


















Viele der Dorfplättchen kann man verbessern. Dies ermöglicht dann mehr Rohstoffe zu produzieren oder mehr Siegpunkte zu erhalten oder beides. Hier wurde der "Steinhauer" durch eine Spitzhacke verbessert. Danach produziert dieses Plättchen 1 Stein und 1 Gold (1 Siegpunkt am Ende des Spiels). Zusätzlich ist dieses Plättchen am Ende noch 3 Siegpunkte wert. Das besondere ist, dass hier auch wieder viel Wert ins Detail gelegt wurde, denn das ausgebaute Gebäude unterscheidet sich grafisch auch deutlich von dem einfacher. Wäre auch hier nicht wirklich gewesen, aber schön ist es dennoch. 

Auswahl einiger Winterplättchen
Die Winterplättchen sind etwas anders. Diese werden nicht zufällig ausgelegt, sondern bei  Spielbeginn erhalten die Spieler eine bestimmte Anzahl und in der "Winter-Biet-Phase" sucht sich jeder Spieler mindestens eins seiner Plättchen aus und legt dieses in den Bietbereich. Dadurch kann man seine Taktik am Anfang des Spiels ausloten und darauf hinarbeiten. Vorausgesetzt, dass man am Ende auch wieder sein eigenes Plättchen gewinnt.


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P.S.: Noch eine Kleinigkeit. Man kann sich auf der Schachtel nochmal genauer über den Autor und die "Key-Reihe" informieren. Finde ich eine gelungene Idee.




 

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