26. März 2013

Brügge - Belgische Personenansammlung

Heute begeben wir uns mit Stefan Feld nach Belgien ins später Mittelalter und helfen die Stadt "Brügge" zu errichten. Darum dreht sich das gleichnamige Spiel, das ganz frisch bei Hans-im-Glück erschienen ist. Auf den ersten Blick wirkt das Spiel, wie eines der typischen "Euro"-Brettspiele, aber im Herzen ist es doch ein sehr intelligentes Kartenspiel. Denn die Karten sind das Herzstück und stellen auch den Hauptmechanismus des Spiels. Die Karten haben, ähnlich wie in den Spielen "Race for the Galaxy" oder "Ruhm für Rom" mehrere Funktionen. 

Worum geht es?
Ihr schlüpft in die Rollen von Kaufleuten, die ihre Beziehungen zu den Mächtigen der Stadt Brügge pflegen. Denn ihr wollt die belgische Stadt zu der wohlhabendsten Metropolen in Europa ausbauen. 
Doch auch Gefahren ziehen auf und Ihr müsst Pest, Brände, Intrigen und andere Gemeinheiten abwehren. Aber wenn die Würfel oder die Karten nicht mitspielen, dann droht der Verlust eines Hauses oder der neu gebaute Kanal stürzt wieder ein. 

Ich hatte bereits Brügge auch schon in einem Video "ungeboxt":


Also eins versteht Stefan Feld. Er schafft es, dass mir nach den ersten Partien ziemlich der Kopf brummt und das meine ich positiv. Meist beschäftigen mich seine Spiele noch eine längere Zeit, denn ich versuche die Mechanismen und die Zusammenhänge zu verstehen und wie man daraus eine lohnende Strategie entwickeln könnte. 
Auch hier ist wieder ein dichtes Geflecht aus vielen Spielmechaniken zu finden; die Würfel, die unterschiedlichen Funktionen der Karten, der Zwang, dass man in jeder Spielrunde vier seiner fünf Karten ausspielen muss, die Bedrohungsmarker. Ja es ist wieder viel und vor allem viel Spaß!
"Brügge" ist ein Spiel, was die Vielspieler begeistern wird. Es ist nicht ganz so langatmig, wie "Bora Bora". Bei Brügge trifft man in vier Runden fast genauso viele Entscheidungen, wie bei Bora Bora im gesamten Spiel. Es spielt sich einfach flotter und man ist schneller wieder an der Reihe. Aber auch hier man muss seine Strategie auch immer wieder anpassen, denn die Würfel bestimmen das Einkommen und auch die Bedrohungsmakersituation. Es ist also auch hier wieder ein strategisches und taktisches Vorgehen erforderlich. 
Allerdings sollte man vorsichtig sein mit den Vergleichen zwischen "Bora Bora" und "Brügge". Denn es sind schon zwei gänzlich unterschiedliche Spiele. Am besten beide kaufen und mit beiden Spaß haben!

Bei der grafischen Ausgestaltung hat sich Michael Menzel mal wieder übertroffen. Der Spielplan ist wunderschön und die Karten zieren wirklich 165 verschiedene Gesichter. Zwar sind manche Funktionen sehr ähnlich, aber man kann ja auch nicht 165 verschiedene Funktionen ausbalancieren, aber es ist bei Portraits ist keine Karte wie die andere.

Zusätzlich möchte ich die gelungenen Spielhilfen loben. Jeder Spieler erhält zwei kleine Karten auf denen die gesamten Spielabläufe und Symbole im Spiel erklärt sind. Vorbildlich.

Vielen Dank an Hans-im-Glück für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

Die Spielschachtel

Die Anleitung
Der Inhalt
















Das Spielmaterial umfasst:
  • 1 Spielplan
  • 4 50/100er Punktplättchen
  • 6 Statuenplättchen
  • 165 Personenkarten
  • 60 Handlanger in fünf Farben
  • 48 Gulden Plättchen
    • 20 x 1 Gulden, 24x 3 Gulden
  • 45 Bedrohungsmarker in fünf Farben
  • 40 Kanalplättchen
  • 8 Spielersiegel
    • je 4 x große und 4 x kleine (blau, rot, grün, gelb)
  • 8 Spielerfiguren in vier Farben (blau, rot, grün, gelb)
  • 12 Mehrheitenmarker
  • 9 Übersichtskarten
  • 1 Startspielermarker
  • 1 Anleitung
  • 1 Ergänzungsblatt zur Anleitung


Die Spielmaterialien


Die Gulden
Die verschiedenen Bedrohungsmarker





















Bei den Bedrohungsmarker gibt es fünf verschiedene Arten. Nachdem man drei von den Markerteilen erhalten hat und der Kreis sich somit geschlossen hat, treten folgende Effekte ein:
  • Aufruhr (gelb): Alles Geld zurück in den Vorrat.
  • Überschwemmung (blau): Alle Handlanger zurück inden Vorrat
  • Brand (rot): Ein Haus oder ein Kanalplättchen entfernen.
  • Pest (braun): Eine ausgespielte Person zurück in den Vorrat.
  • Intrige (lila): 3 Siegpunkte abgeben.

Die Spielerfiguren und Handlanger
Startspielermarker, Kanalplättchen, Würfel, Statuen &  50/100-Marker
Das Spielmaterial pro Spieler
Der Spielplan
Der Spielplan ist "Michael-Menzel-typisch" wunderschön illustriert. Ich empfehle Euch, dass ihr mal das Foto ganz groß macht und einfach mal eintaucht. Es sind wieder viele kleine Details eingearbeitet ohne überladen zu wirken. Alles macht Sinn, aber eigentlich verfolgt der Spielplan auch nur drei Funktionen. Es werden die Würfel abgelegt, der Aufstieg im Rat markiert und die Kanäle angezeigt. Die Punkteleiste zähle ich mal jetzt nicht dazu. Daher ist er auch nicht ganz so groß wieder der "Die Legenden von Andor"-Spielplan und passt somit auf fast jeden Tisch. 

Die "Hauptdarsteller"
165 unterschiedliche Personenkarten
Eine Mini-Auswahl
Herzstück des Spiels sind die 165 unterschiedlichen Personenkarten. Man kann diese etwas mit den Ausbildungskarten bei "Agricola" vergleichen. Dort gibt es auch eine schier unüberschaubare Zahl an unterschiedlichen Personen. Aber die Karten besitzen nicht nur die Personenfunktion, sondern sie dienen als Gebäude (verschiedener Farben), als Einnahmequelle für Geld, der Reduktion von Bedrohungen, lassen Kanäle errichten, sorgen für Arbeiternachwuchs. Alles ist immer abhängig von der Kartenfarbe und manchmal ist die Qualität der Aktion auch abhängig von der entsprechenden Würfelaugenanzahl. Ein Würfel mit einer roten sechs bringt beim Ausspielen einer roten Karten dem Spieler sechs Gulden ein.

Die Kartenrückseite
Die Kartenrückseite zeigt ein Haussymbol. Um ein Haus dieser Farbe zu errichten benötigt der Spieler einen Handlanger der passenden Farbe.

Die Vorderseite
Die Kartenvorderseite ziert eine Person. Mit der Vorderseite sind verschiedene Aktionen möglich. 

Der Fürst
Hier habe ich mal beispielhaft eine Karte ausgesucht, um die verschiedenen Symbole darzustellen. Mit dieser Karte habe ich die Möglichkeit zwei Handlanger der Farbe lila zu nehmen, Gulden im Wert des lila-Würfelwertes zu nehmen, ein lila Bedrohungsplättchen loszuwerden, einen Kanal auf ein lila Kanalfeld zu bauen oder diese Karte als lila Haus zu bauen. Ich habe auch die Möglichkeit diese Person in ein Haus einziehen zu lassen. Dafür muss ich dann neun Gulden bezahlen. 
Die Kartenfunktion tritt dann in Kraft, wenn ich in einer Runde einen gelben Handlanger zahle. Dann Der Spieler würde einen Siegpunkt und zwei Gulden bekommen. Diese Karte gehört der Fraktion "Adel" an.
Es gibt zusätzlich auch noch viele unterschiedliche Gruppierungen, die thematisch alle passende Aktionen erlauben. Die "Schutz"-Fraktion erlaubt es meist, dass Spieler einige Bedrohungsmarker entfernen können. Mit der "Unterwelt"-Fraktion kann der Spieler manchmal auch andere Spieler angreifen und denen ggf. etwas Schaden zufügen. 

Der Spielablauf

Der Spielablauf
Den Spielablauf kann anhand der passenden Rundenablaufkarte schnell erklärt werden. 
  1. Karten ziehen: Kartenhand auf fünf Karten wieder auffüllen. Dafür stehen zwei verschiedene Nachziehstapel zur Verfügung. Damit man immer eine Auswahl an verschiedenen Kartenfarben hat (im Idealfall). Denn wenn eine Bedrohung recht hoch ist, dann benötigt man Farben in dieser Farbe, damit die Bedrohung möglichst schnell reduzieren werden kann. 
  2. Würfeln: Bedrohungsmarker werden verteilt, wenn Würfel mit einer fünf oder sechs geworfen wurden. Jeweils in der entsprechenden Farbe. Danach kann jeder Spieler noch entscheiden, ob er im Rat aufsteigen möchte. Die Kosten dafür werden durch die Summe der Würfel mit den Werten eins und zwei bestimmt. 
  3. Karten ausspielen: Eine Karte ausspielen und ggf. Personen aktivieren. Dieses wird jeweils viermal vollzogen. Man wird also ständig gezwungen vier seiner fünf Handkarten auszuspielen. Und das kann manchmal echt kniffelig sein, denn manchmal will man eine Karte auch behalten, da sie in dieser Runde nicht ausgespielt werden kann. 
  4. Überprüfung der drei Mehrheiten: Falls ein Spieler eine Mehrheit in den Bereichen Rat, Personen oder Kanal besitzt, wird eines seiner Mehrheitenplättchen umgedreht. Dieses ändert sich dann auch nicht bis zum Ende des Spiels. Auch wenn ein anderer Spieler die Mehrheit besitzt. 
Die Punkteleiste und die beiden Nachziehstapel
Von diesen beiden Nachziehstapeln wird am Anfang die Kartenhand wieder aufgefüllt. Das Spiel endet, wenn einer dieser beiden Stapel aufgebraucht ist. Danach wird noch eine Runde gespielt und es folgt die finale Wertung.

Die Würfel
Es wird gewürfelt und die entsprechenden Bedrohungsmarker werden verteilt. In diesem Beispiel würde jeder Spieler einen Bedrohungsmarker der Farbe lila (Intrige) erhalten.
Der Ratsaufstieg würde vier Gulden kosten (Summe der Würfel braun, gelb und rot).

Aktionsübersicht
Jetzt muss jeder Spieler, abwechselnd, vier Aktionen durchführen. Die Personenkarten kommen endlich ins Spiel.

Die Bedrohungsmarker
Kanalbau des gelben Spielers
Spielbereich des gelben Spielers
Der gelbe Spieler hat einige Personen bereits ausgespielt und noch ein freies Haus für eine weitere Person.

Der Kerkermeister
Der Kerkermeister ist eine Karte mit einem Blitzsymbol. Dies bedeutet, dass der Effekt sofort beim Ausspielen in Kraft tritt, allerdings einmalig.

Der Türmer
Beim Türmer befindet sich eine Unendlichkeitsschleife auf der Karte und bedeutet, dass der Karteneffekt immer in Kraft ist.

Der Holzschnitzer
Der Holzschnitzer ist eine aktivierbare Karte. Hierfür muss der Spieler einen Handlanger in roter Farbe ausspielen, damit der Effekt aktiviert wird. Dieser ist jede Runde wieder einsetzbar. 

Die Wertungsübersicht
Nachdem einer der beiden Nachziehstapel leer ist, wird noch eine Runde gespielt und dann kommt es zur Endwertung. Der Spieler mit den meisten Punkten ist der Gewinner. 

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P.S.: Sogar Tiere helfen mit beim Aufbau Brügges.

Der Wachhund

Kommentare:

  1. Tolle Bilder zu tollen Komponenten!

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  2. tolles Spiel jede Karten kann auf eine von 7 verschiedene Möglichkeiten eingesetzt werden. Aber welche, das ist bei jeder Karte dieEntscheidung. Typisch Feld, für alles gibt es Punkte.

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