11. August 2013

Time 'n' Space - Stress im Weltraum

Die letzten vier Wochen entwickeln sich langsam zum Monat der Comebacks. Zuerst hatte ich "Die Fürsten von Catan", danach "Android: Netrunner" und jetzt das Spiel "Time 'n' Space". "Time 'n' Space" erschien bereits 2006 unter dem Namen "Space Dealer" ebenfalls bei eggerspiele.
Jetzt haben sich  Pegasus und eggertspiele dem Spiel nochmal angenommen und einige Sachen verändert, verschlankt und dem Spiel einen neuen Namen gegeben. Ich glaube mit dem Titel "Space Dealer" gab es einige rechtliche Schwierigkeiten. Aber der hektische Echtzeit-Kern des Spiels blieb erhalten.


Worum geht es?

"Time 'n' Space" ist quasi ein "Echtzeit-Spiel" indem alle Spieler gleichzeitig an der Reihe sind. Ihr habt nur eine bestimmte Zeit, die das Spiel dauert und alle Züge werden mit Hilfe von Sanduhren durchgeführt. Ihr bestimmt eine Aktion und dürft diese Aktion erst zu ende führen, wenn der Sand durch die Uhr durchgelaufen ist.
Thematisch ist das ganze im Weltraum angesiedelt. Ihr seid ein Händler und versucht Waren zu liefern und Warenangebote zu generieren, damit andere Spieler ihre Waren bei Euch abliefern.
Das Spiel endet nach genau 30 Minuten und dann wird geschaut, wer die meisten Auftragsmarker einsammeln und die meisten eigenen Aufträge loswerden konnte.

Vielen Dank an Pegasus für das Testmuster.


Quick Unboxing



Die Spielschachtel

Die Rückseite

Die Spielinformationen


Spielmaterial

  • 1 doppelseitiger Spielplan
  • 4 Kontrollzentren (je 1 in den Spielerfarben)
  • 8 Sanduhren (Laufzeit: 1 Minute)
  • 4 Raumschiffe (je 1 in den Spielerfarben)
  • 48 Güterwürfel (je 12 in 4 Farben)
  • 96 Auftragsmarker (je 24 in den 4 Güterfarben)
  • 4 Bonus-Auftragsmarker
  • 24 Gebäudeplättchen
  • Anleitung in deutsch und englisch

Die Anleitungen

Die Spielanleitung
Der Spielplan für 3 Spieler

Der Spielplan für 4 Spieler

Detailaufnahme des Spielplans
'Die Güterwürfel
Die Güter werden von den Spieler auf ihren Kontrollzentren produziert und im Spielverlauf zu den anderen Spieler-Planeten transportiert. Dabei muss man immer im Auge behalten, welchen Güterbedarf die Planeten anmelden.

Die Auftragsmarker für die 4 Spielerfarben
Braune Auftragsmaker der Spieler
Die Auftragsmarker dienen dazu, den anderen Mitspielern anzuzeigen, welche Waren gerade benötigt werden. Die Spieler fliegen dann den Planeten an und liefern die entsprechende Ware. Dafür bekommen sie dann den Auftragsmarker der bei Spielende Siegpunkte einbringen kann.

Die Bonus-Auftragsmarker
Die Bonus-Auftragsmarker können die Spieler bekommen, wenn sie der erste Spieler sind, der einen fremden mit seinem Raumschiff erreicht.

Die Sanduhren

Nahaufnahme der Sanduhren
Jeder Spieler bekommt zwei Sanduhren mit einer Laufzeit von jeweils 1 Minute. Diese Uhren dienen dazu Aktionen durchzuführen.

Die Raumschiffe

Ein Raumschiff mit Sanduhr
Mit den Raumschiffen reisen die Spieler über den Spielplan. Jeder Teilabschnitt auf dem Plan dauert genau einen Sanduhrdurchlauf.

Die Kontrollzentren
Jeder Spieler erhält ein eigenes Kontrollzentrum. Dort werden Waren produziert, Aufträge generiert, Güter in Beamstationen geladen und Verbesserungen erforscht.

Die Verbesserungen
Die Produktionsstätten

Die Handelsstationen

Die Beamstationen
Die neuen Stationen können die Spieler auf dem Spielplan erlangen. Dafür müssen sie mit ihrem Raumschiff zu einem Mond fliegen und können dann das oberste Plättchen in ihr Forschungszentrum laden. Wenn man eine dieser Stationen in sein Kontrollzentrum verbaut steht einem erstmal nur die "Level 2"-Seite zur Verfügung. Später kann man die Station dann auch noch auf "Level 3" verbessern.


Spielablauf

Den Spielablauf in Bildern vorzustellen ist nicht ganz einfach, da das Spiel ja in 30 Minuten Echtzeit abläuft. Aber ich versuche natürlich mein Bestes, damit Ihr so ungefähr das Spielgefühl erahnen könnt.

Jeder Spieler bekommt ein Spielertableau und seine Auftragsmarker. Zusätzlich erhält er noch zwei Sanduhren und ein Raumschiff, mit dem man sich auf dem Spielplan bewegen kann.

Das Kontrollzentrum eines Spielers bei Spielbeginn

Auf dem Kontrollzentrum gibt es verschiedene Bereiche. Die Produktionsstätten (ocker), die Beamstationen (schwarz) und die Handelsstationen (weiß). Noch ist das Kontrollzentrum recht leer, kann aber später verbessert werden, damit man mehr Waren produzieren oder beamen kann. 
Ich stelle einfach mal die Aktionen, die ein Spieler unternehmen kann. 

Raumschiff bewegen: Ihr stellt eine Sanduhr auf das Raumschiff. Nachdem der Sand durchgelaufen ist, erreicht das Raumschiff seinen Zielort. Dies kann ein Mond oder ein Planet eines anderen Spielers sein.

Ein Raumschiff reist über den Spielplan

Ankunft bei einem Mond

Güter produzieren: Mit Hilfe der Produktionsstätten könnte Ihr Waren produzieren. Anfangs sind es nur einzelne Waren, später können diese Produktionsstätten verbessert werden, so dass sie bis zu drei Güter produzieren können. Diese können dann im späteren Spielverlauf zu anderen Planeten transportiert werden.

Produktionsauftrag für ein blaues Gut

Fertig produziert.

Güter in Beamstation verladen: Wenn Ihr einen anderen Planeten erreicht, könnt Ihr Eure Waren abliefern, sofern für die Güter Bedarf herrscht. Vorher müsst Ihr allerdings Eure produzierten Güter in den Beamstationen gebracht haben. Das geschieht, indem Ihr eine Sanduhr draufstellt und wartet, bis diese abgelaufen ist.

Der Beamauftrag

Beam 'em up!

Aufträge erstellen: Diese Aufträge dienen dazu, dass andere Spieler ihre Waren bei dir abliefern können. Warum soll man dieses jetzt machen? Ganz einfach, Ihr bekommt keine Punkte einer Farbe, solange Ihr selbst noch Aufträge dieser Farbe auf Eurem Kontrollzentrum liegen habt. Also müsst Ihr stets die Balance zwischen Aufträge und Warenliefern finden.

Ein Auftrag wird erstellt

Ein Auftrag für 1 braunes Gut wurde erstellt

Verbesserungen einbauen: Auf den Monden kann man sich Verbesserungen für seine Stationen nehmen. Diese werden dann in die Forschungsstation geliefert und können später in das eigene Kontrollzentrum integriert werden.

Eine Verbesserung in der Forschungsstation

Fertig eingebaut

Stationen verbessern: Die gekauften Stationen sind erstmal Level 2 und können später auch auf Stufe 3 verbessert werden. Dann können mehr Güter produziert, Güter gebeamt werden und mehr Aufträge generiert werden.

Eine Station wird verbessert

Produktionsstation Level 3

Dieses sind die Spielaktionen, die man durchführen kann. Ich hoffe, dass es etwas klarer nun ist. Und das bemerkenswerte bei dem Spiel ist, wie bereits geschrieben, dass alles gleichzeitig stattfinden kann und zwar von allen Spielern.

Nachfolgend noch einige Spielimpressionen.

Ankunft bei einem anderen Spieler.
Reisende Raumschiffe

Reisende Raumschiffe 2

Kontrollzentrum eines Spielers während eines Spiels

Nach 30 Minuten Spielzeit kommt es zur Schlußwertung. Bei der Wertung kommt es drauf an, möglichst viele Spieler angeflogen zu haben und deren Aufträge erfüllt zu haben und seine eigenen Auftragsmarker losgeworden zu sein. Wenn man noch eigene Aufträge einer Farbe bei sich liegen hat, zählen gewonnene  Auftragsmarker von anderen Spieler keine Punkte. Im unteren Beispiel sind die gewonnene grauen und braunen Auftragsmarker keine Punkte wert, da der Spieler noch eigene Marker dieser Farben bei sich liegen hat.
Die Güter der Farben blau und gelb sind allerdings Punkte wert, da hier der Spieler alle eigenen Auftragsmarker loswerden konnte. Jetzt werden von den beiden Güterarten die pro Farbe die Punkte aufsummiert und mit den verschiedenen Spielerfarben multipliziert. Also 16 Punkte für die blauen Güter und 14 Punkte für die gelben Güter.
Es lohnt sich also möglichst allen Spieler Besuche abzustatten und sich ggf. auch abzusprechen.
Der Spieler mit den meisten Punkten bei Spielende ist der Gewinner.

Die Endwertung

Falls sich jemand einen kleinen Eindruck vom Spielablauf machen will, der klickt einfach auf mein Youtube-Zeitraffer-Video. Viel Spaß.





Meine Meinung

Ich bin froh, dass sich Pegasus und eggertspiele nochmal dem "Space Dealer" angenommen haben. Denn es wurde verschlankt und die Interaktion unter den Spielern ist jetzt viel höher. Im alten "Space Dealer" haben irgendwie alle allein vor sich hingespielt. Hier wird am Tisch gesprochen, Aufträge abgestimmt und einfacher mehr kommuniziert. Es muss auch immer geschaut werden, welche Aufträge die anderen Spieler gerade ausliegen habe und wo ich mich gerade auf dem Spielbrett befinde. Das finde ich wirklich eine gelungene Verbesserung.
Zudem zwingt der Wertungsmechanismus auch verschiedene Spieler anzufliegen, da sich somit schnell die Punkte vervielfachen können.
Anzumerken ist auch das Einstiegsspiel, das nur 12 Minuten dauert. Dort kann man sich erstmal vertraut machen mit den Mechanismen. Zwar kann einem die Hektik anfangs erst überfordern, aber nach 12 Minuten ist es vorbei und man kann sich an das große Spiel wagen, da man nun die Grundmechanismen verinnerlicht hat. 
Man muss hektische Spiele mögen, damit man mit "Time 'n' Space" warm wird. Denn man hat hier keine Zeit zum langen grübeln. Wer z.B. "Escape" toll findet, der sollte einen Blick auf "Time 'n' Space" werfen.
Anfangs geht es recht gemächlich los, aber nach 5 Minuten ist man voll drin im Spiel und muss seine Entscheidungen sehr schnell treffen und dann noch die anderen Spieler im Auge behalten. Da kann dann auch schnell die eigene Übersicht verloren gehen. Aber das macht den Reiz aus. Und wer dennoch die Übersicht verloren hat, muss einfach durchhalten, denn nach spätestens 30 Minuten wartet schon die nächste Partie. Und davon wird es einige geben!

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