8. August 2013

Die vergessene Stadt - Stürme, Sand und Flugmaschinen

"Die vergessene Stadt" ist der Nachfolger des erfolgreichen Spiels "Die verbotene Insel" von Matt Leacock. Leider funktionieren die deutschen Titel nicht ganz so gut, wie im englischen, denn dort heißen die beiden Spiele "Forbidden Desert" und "Forbidden Island". Da ist die Verbindung der beiden Spiele noch stärker zu sehen. Beide Spiele werden in Deutschland von Schmidt Spiele verlegt. "Die vergessene Stadt" setzt quasi die Geschichte der Abenteurer aus dem ersten Spiel fort, nachdem sie von der Insel knapp entkommen konnten.


Worum geht es?

"Die vergessene Stadt" ist wieder ein kooperatives Spiel, indem ihr versucht von einem gefährlichen Landstrich zu entkommen. Dafür müsst ihr die Wüste erkunden und vier Maschinenteile einer sagenumwobenen Flugmaschine finden.
Aber während ihr in "Der verbotenen Insel" mit zu viel Wasser zu kämpfen habt, herrscht hier Knappheit. Stets seid ihr auf der Suche nach neuen Wasserquellen, um genügend Wasser in euren Feldflaschen abfüllen zu können. Und dann ist da noch der große Sturm, der gerade über die Wüste und der verschollene Stadt hinwegzieht und alles immer wieder unter großen Sandmengen verschüttet. Es drohen hier wieder ganz neue Gefahren und es wird nicht einfach aus dieser Wüste zu fliehen.

Vielen Dank an Schmidt Spiele für das Rezensionsexemplar


Quick Unboxing




Die Spielschachtel

Die Rückseite

Die Spielinformationen


Spielmaterial
  • 49 Spielkarten
    • 31 Windkarten
    • 12 Ausrüstungskarten
    • 6 Abenteurerkarten
  • 48 Sandplättchen
  • 24 Wüstenfelder
  • 5 Wasserstands-Anzeiger für die Feldflaschen
  • 6 Spielfiguren
  • 1 Flugmaschine
  • 4 Maschinenteile
    • Energiekristall
    • Getriebe
    • Kompass
    • Propeller
  • 1 Windstärkeanzeiger (bestehend aus Windstärke-Skala, -Anzeiger und -Ständer)
  • 1 Spielanleitung in dt. Sprache
Der Spielinhalt

Die Anleitung
Der Windstärkenanzeiger....
.... zusammengebaut


















Der Windstärken-Anzeiger ist doppelseitig bedruckt und wird für jede Spieleranzahl speziell aufgebaut. Zusätzlich kann man noch den Schwierigkeitsgrad der Partie bestimmen. Ähnlich, wie es bei "Der verbotenen Insel" war. 

Die Sandplättchen
Die Sandplättchen sind ebenfalls doppelseitig bedruckt. Wenn der Sturm wütet, dann wird erstmal ein Plättchen auf ein Wüstenfeld abgelegt. Dieses Feld ist dann weiterhin passierbar. Sobald ein zweites Plättchen abgelegt wird, entwickelt sich der Sand zu einer Düne und ist nur noch vom Bergsteiger passierbar. Damit das Feld dann wieder für andere Spieler passierbar ist, muss der Sand abgetragen werden.


Die Windkarten
Nach jedem Spielerzug werden eine bestimmte Anzahl dieser Windkarten aufgedeckt. Sie bestimmen, wohin der Sturm zieht und welche Plättchen er mit Sand zuschüttet. Zusätzlich kann "Die Sonne brennen" und alle Spieler verlieren einen Wasservorrat. 
Zusätzlich kann sich der Sturm verstärken, so dass in den nächsten Runden u.U. mehr Windkarten aufgedeckt werden müssen.

Die Ausrüstungskarten
Diese Karten helfen den Abenteurern sehr. Sie können auf speziellen Wüstenfeldern gefunden werden und der Einsatz der Sonderfähigkeit kostet auch keine wertvolle Aktion.

Die Flugmaschine....

..... flugbereit.


Die Wüstenfelder
Von den Wüstenfeldern gibt es verschiedene Arten. Wasserfelder, die Maschinenteilfelder, Tunnel und die Ausrüstungsfelder.

Die Tunnelfelder
Durch die Tunnelfelder können die Abenteurer sich schneller über den Spielplan bewegen, außerdem schützen sie vor der gnadenlosen Sonne. Steht ein Spieler in einem Tunnel und es wird eine "Sonne brennt"-Karte aufgedeckt, verliert er kein Wasser. 

Die Wasserfelder
Sobald ein Spieler ein Wasserfeld freilegt, bekommen alle Spieler, die auf diesem Feld stehen ihre Wasserflasche wieder voll aufgefüllt. Allerdings kann es vorkommen, dass die Abenteurer auf eine Fata Morgana hereingefallen sind und unter dem Feld kein Brunnen zu finden ist.

Die Ausrüstungsfelder
Diese Felder bilden den Großteil der Wüstenfelder. Die Abenteurer entdecken hierbei eine längst vergessene Stadt, in der wertvolle Ausrüstungsgegenstände auf sie warten.

Der Startplatz der Flugmaschine
Die Koordinaten-Karten für die Maschinenteile

Diese Karten geben den genauen Standort der Maschinenteile an. Es gibt jeweils eine Karte für den horizontalen und den vertikalen Standort der Teile an. Der Schnittpunkt der beiden Linien gibt das Feld an, auf dem sich das Teil befindet. Sobald der Standort bekannt ist, sollte ein Spieler dahin aufbrechen und das Teil so schnell wie möglich bergen, bevor es der Sand wieder verschüttet.

Die Abenteurer
Jetzt habe ich schon so viel über die Abenteurer geschrieben, dabei habe ich sie noch gar nicht gezeigt. Hier sind sie. Schicke Figuren, die toll bemalt sind. Macht schon einiges her.
Dabei hat jede Figur eigene Spezialfähigkeiten, die die Spieler sinnvoll einsetzen sollten.

Die Wasserträgerin
Der Bergsteiger


Der Meteorologe

Die Navigatorin

Der Forscher

Der Archäologe



















































Spielablauf

Die Wüstenfelder werden in einem 5x5 großen Spielfeld ausgelegt. In der Mitte wird ein Feld frei gelassen. Hier tobt der Sturm gerade. Danach werden noch acht Sandfelder auf bestimmten Karten verteilt.

Der Spielaufbau

Die Spielerkarte
Jeder Spieler wählt eine Spielfigur und erhält die dazu passende Karte. Dabei ist natürlich am Anfang die Wasserflasche voll gefüllt.
Das praktische an der Karte ist, dass auf der Rückseite der Spielablauf nochmal in Kurzform aufgedruckt ist.
Ein Spielzug besteht erstmal aus den vier Aktionen des Spielers und danach werden eine bestimmte Anzahl an Windkarten aufgedeckt. Diese verschütten wieder neue Felder und man ist immer am Kämpfen gegen die Sandmassen.

Der Spielstart
Die drei Spieler starten auf dem Absturzfeld und versuchen nun die vier Ausrüstungsteile der Flugmaschine zu finden.
Nachfolgend mag ich ein paar kurze Spieleinblick geben.

Der Forscher zieht auf ein Wüstenfeld....

... und befreit es erstmal vom Sand.

Danach legt er das Feld frei und findet eine Ausrüstungskarte
Nach seinem Zug muss er nun zwei Windkarten aufdecken.

Der Sturm verschiebt zwei Felder

Diese werden dann mit Sand verschüttet.

Der Sturm wandert nun drei Felder.

Kann aber nur zwei Felder verschütten, da das Spielfeld endet.
Danach folgt dann der nächste Spieler.

Der Fundort des Energiekerns
Im späteren Spielverlauf haben die Spieler den ersten Fundort eines Maschinenteils gefunden. Es liegt auf dem Schnittpunkt der beiden "Koordinaten-Karten". Jetzt gilt es so schnell wie möglich das Teil zu bergen, bevor es wieder verschüttet wird und die Spieler es wieder mühsam freilegen müssen.

Immer mehr Sand.

Das Getriebe und der Startplatz
Das Spiel ist gewonnen, sobald die Spieler die vier Flugmaschinenteile ausgegraben haben und alle Spieler sich auf dem Startplatz der alten Flugmaschine eingefunden haben.

Aber das Spiel kann auch verloren werden und das wird Euch sicherlich am Anfang öfter passieren. Ihr habt verloren, wenn bei einem Spieler der Wasserstandsanzeiger seiner Feldflasche das letzte Feld erreicht.

Wasser ist immer knapp
Die Gefahren durch den Wind
Genauso verliert ihr, wenn der Sturmanzeiger das letzte Feld erreicht. Und als letztes könnt Ihr auch verschüttet werden. Das geschieht, wenn das letzte Sandplätttchen auf den Plan gelegt wurde.
Es drohen viele Gefahren!


Meine Meinung

"Die verbotene Insel" 2.0 könnte man quasi sagen. Ich mochte "Die verbotene Insel" schon sehr. Es wurde ja quasi als kooperatives Familienspiel vermarktet und genauso würde ich "Die vergessene Stadt" ansehen. Aber in dem neuen Spiel gibt es einige Veränderungen, die mir persönlich sehr gefallen. Das lästige Kartensammeln und -tauschen ist hier komplett weggefallen. Ihr könnt Euch voll auf die Erkundung der Wüste/Stadt konzentrieren. Mir hat das Sammeln der Karten nie so richtig gefallen. Zudem auch thematisch nicht ganz so gut passt.
Viel besser ins die Thematik passt die Mechanik mit den Wasserflaschen und hier droht auch die größte Gefahr, dass man das Spiel verliert. Bei unseren Runden herrschte hierbei die meiste Spannung. Stets kämpft man mit der Wasserknappheit und der "Wasserträger" ist immer mit dem Versorgen der Mitspieler beschäftigt.
Zusätzlich ist der Spielplan hier irgendwie immer in Bewegung. Die Felder verschieben sich und gerade hat man den Sand beseitigt, da weht das Feld gleich wieder voll.
Es ist nicht ganz so strategisch wie "Pandemie" oder andere Koop-Spiele, aber das will es auch gar nicht sein. Dafür hat das Spiel ein angenehmes Tempo und die Spielrunden dauern auch nur eine knappe Stunde.
Als letztes muss ich nochmal die Materialien erwähnen. Die sind einfach grandios. Das fängt schon bei dem Tiefziehteil der Spielschachtel und endet bei der tollen Flugmaschine und den bemalten Spielfiguren. Man müsste die Flugmaschine gar nicht so darstellen, aber es ist toll, dass es Schmidt Spiele so gemacht hat. Es trägt halt einfach alles zur Stimmung bei.
Wer also auf der Suche nach einem kooperativen Spiel ist, bei dem auch Gelegenheitsspieler und Familien Spaß haben, sollte mal einen Abstecher in "Die vergessene Stadt" unternehmen.

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1 Kommentar:

  1. Herzlichen Dank für die schöne Vorstellung und die tollen Bilder. Auch die Spielfritte hat das Spiel mal ins Fett geworfen und geschaut, was übrig bleibt: http://spielfritte.de/die-vergessene-stadt/
    Weiter so, wir wollen mehr lesen und SEHEN!

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