5. September 2013

Targi - Duell im Wüstensand

Manchmal können, die vermeintlich "kleinen" 2-Spieler-Spiele, einen großen Spielspaß beinhalten. Und genau wie die "Fürsten von Catan" ist "Targi" vom KOSMOS-Verlag ein kleines Juwel, aber ich will noch nicht vorgreifen. Aber dieses Spiel wurde im letzten Jahr nicht umsonst auf die Nominierungsliste für das Kennerspiel des Jahres gewählt.
Anzumerken ist, dass "Targi" das Debütspiel des Autors Andreas Steiger ist. Ich finde, dass es ein ganz toller Einstieg in die Welt der Spieleautoren ist und das ich auf weitere Projekte von ihm gespannt bin.


Worum geht es?

"Targi" ist ein Kartenspiel für 2 Spieler. Die Karten bilden hier das Spielfeld und bestimmen den Spielablauf.
Ihr seid Anführer eines Tuareg-Stammes und versucht wertvolle Stammeskarten zu kaufen. Dabei ist das Spiel stets in Bewegung und in der nächsten Runde kann schon wieder alles anders sein. Es kann neue Angebote geben und der Räuber beeinflusst die Angebotssituation stark.
Zusätzlich seid ihr in einem ständigen Konflikt mit dem anderen Spieler, denn oft genug werden er Euch die besten Plätze auf dem Spielplan weggeschnappt und ihr müsste schnell andere Strategien entwickeln.
Der Spieler, der bei Spielende die meisten Siegpunkte besitzt ist der Gewinner.

Vielen Dank an KOSMOS für das Rezensionsexemplar.

Unboxing


Die Spielschachtel 
Die Rückseite
Die Spielinformationen


Spielmaterial
  • 80 Spielkarten
    • 45 Stammeskarten
    • 19 Warenkarten
    • 16 Randkarten
  • 8 Goldmünzen
  • 6 Targi-Figuren
  • 4 Stammesmarker
  • 1 Räuberfigur
  • 30 Warenplättchen
    • je 10 x Datteln, Salz, Pfeffer
  • 1 Startspielermarker
  • 15 Siegpunktplättchen
    • 6 x 1er Marker
    • 5 x 3er Marker
    • 4 x 5er Marker
  • 1 Spielanleitung in dt. Sprache

Der Spielinhalt
Die Anleitung
Startspielermarker
Bildunterschrift hinzufügen


















Targi-Figuren, Räuber und Stammesmarker 
Die Siegpunktmarker
Die Waren (Datteln, Salz, Pfeffer)
Die Spielkarten
Die Warenkarten
Die Stammeskarten


Spielablauf

Zuerst werden die 16 Randfelder zu einem Rahmen ausgelegt. Jetzt wählt jeder Spieler eine Spielerfarbe, die Stammes- und Warenkarten werden gemischt. Abwechselnd werden 5 Waren- und 4 Stammeskarten in die Mitte des leeren Spielplanes gelegt. So ergibt sich für jede Partie ein neuer Spielbeginn.


Der Räuber wird neben Feld Adliger gestellt und jeder Spieler erhält 1 Gold und je 2 Datteln, Salz, Pfeffer und 2 Siegpunkte. 

Der Rahmen
Der Spielaufbau
Spielbereit
Nachaufnahme
Das Startkapital


Der Spielablauf gliedert sich in fünf Spielphasen

1. Räuber 1 Feld weitersetzen

Zu Beginn jeder Runde wird der Räuber ein Feld im Uhrzeigersinn weitergesetzt. Auf dem Feld, auf dem der Räuber steht, darf keine Targi-Figur eingesetzt werden. Erreicht der Räuber ein Eckfeld, kommt es zu einem Überfall und die Spieler verlieren Gold, Waren oder Siegpunkte. 
Der Räuber in Aktion

2. Targi-Figuren einsetzen

Beginnend mit dem Startspieler setzen die Spieler abwechseln eine ihrer Figuren auf eine der Randkarten. Allerdings dürfen keine Figuren auf das Räuberfeld, auf die Eckfelder, auf Felder mit anderen Figuren oder auf ein Feld gegenüber einem Targi des Mitspielers gestellt werden.

Einsetzen der Targi-Figuren



3. Stammesmarker auf Kreuzungspunkte setzen

Nach dem Einsetzen der Targi-Figuren ergeben sich ein oder zwei Schnittpunkte auf dem Spielplan, wenn man gedanklich für jede seiner Figuren eine durchgehende Linie auf die gegenüberliegende Seite zieht. Auf diese Schnittpunkte werden die Stammesmarker gelegt.

Targi-Figuren und Stammesmarker


4. Aktionen ausführen

Der Startspieler darf nun zuerst alle Aktionen durchführen. Dabei ist die Reihenfolge beliebig. Der Spieler nimmt sich nun die entsprechenden Waren, die auf den besetzten Karten angezeigt sind. Ist es ein Randfeld entfernt er nur die Figur. Ist es ein Mittelfeld, entfernt er den Marker und die Karte. Es wird sofort eine neue Karte der anderen Kartenart verdeckt hingelegt.

Waren- und eine Siegpunktkarte
Stammeskarte
Genauso verhält es sich bei den Stammeskarten. Der Spieler zahlt den angezeigten Betrag und legt die Stammeskarte in seine Auslage. Der leere Platz wird durch eine verdeckte Warenkarte wieder aufgefüllt. 


5. Neue Waren- und Stammeskarten aufdecken und Startspielerwechsel

Am Ende einer Runde werden die verdeckt ins Spiel gelegten Karten umgedreht und eine neue Runde, mit einem neuen Startspieler beginnt. 

Die Karten neuen Karten werden umgedreht

Das Spiel endet nach der Runde, in der ein Spieler seine zwölfte Stammeskarte ausgelegt hat oder der Räuber das letzte Überfall-Feld erreicht. hat. 

Jetzt folgt die Schlusswertung. Beide Spieler zählen ihre Siegpunkte (Siegpunktplättchen und Silberkreuze auf Stammeskarten) zusammen. Danach schaut jeder Spieler, ob bestimmte Stammeskarten noch Bonuspunkte einbringen. 

Die Spielerauslage

Zusätzlich gibt es noch Bonuspunkte wenn bestimmte Figurenkonstellationen in den Spielerauslagen erreicht werden. Im oberen Beispiel würde der Spieler für die obere Reihe 4 Bonuspunkte erhalten (4 gleiche Symbole) und 2 Bonuspunkte für die zweite Reihe (4 unterschiedliche Symbole).
Der Spieler mit den meisten Punkten ist der Gewinner.


Meine Meinung

"Targi" ist ein schönes Strategie- und Taktikspiel für 2 Spieler. Es ist zwar meist nicht der direkte Konflikt mit dem Gegenspieler, sondern eher das Wegschnappen der besten Plätze, der ungemeine Spannung erzeugt. Stets kämpft man um die besten Waren- oder Stammesplättchen. Aber wenn der andere Spieler schneller war, dann muss man sich schnell eine Alternativstrategie einfallen lassen.  
Der flexible Spielaufbau und -Ablauf sorgen für immer aufregende Partien, die sich immer wieder neu entwickeln. Der Spielablauf ist sehr schnell verstanden und dann entwickelt das Spiel eine schöne Geschwindigkeit. Es hat einen gewissen "Flow", den ich bei Spielen sehr schätze. Falls es mal Verständnisschwierigkeiten mit den Randkarten geben sollte, helfen diese Karten einem weiter. Auf deren Rückseiten sind kurze Erläuterungstexte zu den Symbolen aufgedruckt.

"Targi" ist ein gelungenes 2-Spieler-Spiel, welches durch den einfachen Spielablauf, Spielzeit und Tiefgang besticht.

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