6. Januar 2014

Händler der Karibik - Kaperfahrt durch den Kartenstapel

Mein heutiges Spiel ist ein kleiner Sonderfall. Es wurde zwar auf der Spielemesse in Essen verkauft, aber im Moment ist es nicht mehr im Handel zu bekommen. Ich persönlich habe es auf der Messe auch verpasst, aber ich konnte auf dem Boardgamegeek Marktplatz noch eins ergattern. Zwar etwas teurer, als auf der Messe, aber das war es mir wert. In Essen wurde das Spiel für 5€ verkauft und der Verkaufserlös wurde sogar einem wohltätigen Zwecke zugeführt. Vorbildlich! Laut neuesten Informationen soll das Spiel aber bald den Weg in den Handel finden.
Mit "Händler der Karibik" von Alexander Pfister tummelt sich sogar ein richtiger Preisträger hier auf meinen Seiten, denn das Spiel hat den Spieleautorenwettbewerb 2013 der Wiener Spiele Akademie gewonnen. Zusätzlich habe ich gerade eine eMail bekommen, dass der Spiele-Podcast das Spiel mit dem "Goldenen Spielepod" ausgezeichnet hat. 
Ich finde, dass das Spiel die Preise verdient hat, aber ich will noch nichts von meinem Fazit vorwegnehmen.

Update von Alexander Pfister am 06.01.2014
 Es wird in 1-2 Monaten wieder im Handel sein.


Worum geht es?

"Händler der Karibik" ist ein kleines Kartenspiel, bei dem es darum geht Piraten zu bekämpfen, Handel zu treiben, Siedler anzuheuern und Aufträge zu erfüllen. Während Eurer Handels- und Kaperfahrten könnt Ihr immer entscheiden wie weit Ihr reist und welchen Gefahren Ihr Euch aussetzt. Aber wenn Euch die Piraten überfallen ist Eure gesamte Reise zu Ende und Ihr erhaltet nichts.
Nach und nach vergrößert Ihr Euren Einfluss, aber nur wenn Ihr einen Expeditionsaufruf des Königs folgen konntet, könnt Ihr das Spiel gewinnen.
Der Spieler, der als erstes eine Expeditionskarte erfüllen konnte und 10 Siegpunkte hat gewinnt das Spiel.


Die Spielschachtel
Die Rückseite
Die Spielinformationen

Spielmaterial

  • 110 Spielkarten
  • 1 Spielanleitung in deutscher Sprache
Der Spielinhalt
Die Spielanleitung
Die Spielkarten

Das Spiel besteht nur aus den 110 Spielkarten. Auf diesen Spielkarten sind verschiedene Kartentypen aufgedruckt. Allerdings dienen die Rückseite der Karten auch als Euer Gold. Ich mag solche "Karten-als-Geld" Mechanismen, da man somit nie abschätzen kann, welche Karten sich noch im Nachziehstapel befinden.

Die verschiedenen Kartentypen
Die verschiedenen Schiffstypen

Es gibt in dem Spiel fünf verschiedene Schiffstypen. Diese lassen sich durch die verschiedenen Farben sehr gut unterscheiden.

Wertigkeiten einer Schiffsklasse
Innerhalb einer Farbe, haben die Schiffe unterschiedliche Wertigkeiten und unterschiedliche Kampfkraft. Die Münzen zeigen an, wieviel ein Schiff wert ist, wenn man es sich aus der Hafenauslage nimmt. Die Schwerter zeigen an, wieviele Piraten man benötigt, um das Schiff zu  bekämpfen. Ein Schiff mit einem Totenkopf kann nicht besiegt werden.

Hinweis

Auf jeder Schiffskarte ist noch aufgedruckt, welche Kampfkräfte von Schiffen in dieser Farbe vorkommen.

Die Piraten
Die Schiffe können mit Hilfe von Piraten bekämpft werden. die Münze zeigt dabei an, wieviel diese Karte kostet und die Schwerter, wieviel Kampfkraft dieser Pirat besitzt.
Die Zahl im Wappen zeigt die Siegpunktanzahl an.

Admiral & Witzbold
Gouverneur & Fräulein
Diese Karten bringen Euch Verbesserungen, wenn es um die so genannte Hafenauslage geht. Ihr könnt günstiger Karten einkaufen, mehr Karten aus der Hafenauslage nehmen usw...

verschiedene Händler
Die Händler ermöglichen Euch mehr Geld von den Schiffen zu bekommen. Wenn Ihr einen blauen Händler vor Euch liegen habt, dann bringen Euch blaue Schiffe eine Goldmünze mehr.

Die Expeditionsaufträge
Nach und nach können einige Expeditionsaufträge aufgedeckt werden. Diese werden dann zur Seite gelegt und stehen immer zur Verfügung. Man kann das Spiel nur gewinnen, wenn man mindestens einen dieser Aufträge erfüllt hat.

Siedler, Priester, Kapitän und Tausendsassa
Zum Erfüllen der Aufträge benötigt man die oben genannten Karten. Wenn ein Auftrag erfüllt wurde, gibt man diese Karten und erhält die Expeditionskarte und zusätzlich noch das Bonusgold, was auf der Karte aufgedruckt ist.

Die Steuer

Aber man sollte auch nicht zu viel Geld horten, denn wenn man 12 oder mehr Gold besitzt kann die Steuer zuschlagen und Ihr müsst die Hälfte Euren Goldes abgeben. Zusätzlich erhält der Spieler mit der größten Militärmacht ein Gold. 


Spielablauf

Jeder Spieler erhält zum Start drei Gold, die restlichen Spielkarten werden in die Mitte gelegt. Und schon kann das Spiel beginnen. 
Eine Runde teilt sich in zwei Phasen.
  1. Entdecken: Dabei werden vom Nachziehstapel Karten in die so genannte Hafenauslage gelegt. 
  2. Rauben und Heuern: Alle Spieler nehmen sich Karten aus der Hafenauslage. 

Der Spielaufbau

Entdecken

Der aktive Spieler zieht die oberste Karte vom Nachziehstapel und liegt diese offen in die so genannte Hafenauslage. Wenn die Karte eine Person zeigt, dann wird sie weiterhin in der Hafenauslage belassen. Zeigt die Karte ein Schiff, kann es der Spieler als zukünftige Geldquelle liegen lassen oder abwehren (mit den bereits angeheuerten Piraten).
Dieses Kartenaufdecken kann der Spieler solange weiterführen bis er entweder freiwillig aufhört oder ein zweites Schiff mit der gleichen Farbe aufdeckt, das er nicht abwehren kann. Wenn dies geschieht, dann werden alle Karten aus der Hafenauslage entfernt und der nächste Spieler ist an der Reihe.

Unten habe ich mal Beispielhaft zwei Entdecken-Runden festgehalten.





Wenn beim Entdecken ein Expeditionauftrag aufgedeckt wird, dann kommt diese zur Seite und steht nun allen Spieler zur Erfüllung zur Verfügung. Sobald sie an der Reihe sind.




Nach dieser Runde entscheidet sich der aktive Spieler aufzuhören. 

Rauben & Heuern

Wenn ein Spieler freiwillig aufhört, läutet er sofort die "Rauben & Heuern" Phase ein. Dabei kann der aktive Spieler nun Karten aus der Hafenauslage nehmen bzw. erwerben. Je mehr unterschiedliche Schiffsfarben dort liegen, desto mehr Karten darf der Spieler nehmen. 
Nachdem der aktive Spieler eine oder mehrere Karten genommen hat, können nun alle Spieler reihum ebenfalls eine Karte aus der Auslage nehmen. Dafür müssen sie aber den Preis + 1 Gold an den aktiven Spieler abgeben. 


Der Spieler entscheidet sich die Galeone zu nehmen und erhält dafür drei Goldmünzen. Das Schiff kommt jetzt auf den Ablagestapel. 



Ein anderer Spieler mag noch eine Karte aus der Hafenauslage haben. Dafür muss er den Preis zahlen und zusätzlich noch eine Münze an den aktiven Spieler.


Die restlichen Karten werden aus der Hafenauslage genommen und auf den Ablagestapel gelegt. 

Spielerauslage im späteren Spielverlauf 

Erfüllung eines Auftrages
Auftrag in der Spielerauslage
Der Spieler, der zuerst 10 Siegpunkte und mind. einen Auftrag vor sich liegen hat gewinnt das Spiel.

Neue Entdecken-Runde
Nach zwei Karten schon zuende.

Meine Meinung

Ich drücke ganz, ganz fest die Daumen, dass die "Händler der Karibik" schnell in den regulären Handel kommen. Denn ich glaube, dass das Spiele viele Menschen lieben werden. Meine Spielgruppe und ich sind dem Spiel ziemlich verfallen. Es wird immer mal wieder auf den Tisch gebracht und dann gleich mehrer Runden hintereinander gespielt.  
Das Spiel ist sehr einfach, ist schnell erklärt, aber dennoch bietet es einige interessante Elemente, die zum Probieren verschiedener Taktiken auffordern. Persönlich finde ich den "Karten-als-Geld" Trick immer sehr spannend, da das Spiel dadurch sehr unberechenbar bleibt und sich die aufgedeckten Karten sich immer verändern. 
Dazu kommt noch das "Push-your-Luck" Element. Wie viele Karten decke ich auf? Und ermögliche ich damit meinen Mitspieler dann auch Karten zu kaufen? 
Das Spiel funktioniert in jeder Besetzung wirklich hervorragend. Ich finde sogar, dass es mit mehr Spieler noch reizvoller wird mehr Karten aufzudecken, da man dadurch noch eine zusätzliche Geldquelle hinzugewinnt. 
Das Spiel hat mehr Schichten, als es am Anfang den Anschein macht. Und ich hoffe, dass Alexander Pfister einen Vertrieb für dieses wundervolle Kleinod findet. Mehr Spieler sollten dieses Spiel spielen!

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