12. März 2014

Concordia - Eintracht im römischen Imperium

Der Handel im Mittelmeerraum zur Zeiten des römischen Reichs oder der Antike lässt manchmal die Spieler kalt. Aber "Concordia" behandelt genau dieses Thema. Stopp! Nicht gleich wieder wegklicken, denn dieses mal hat Mac Gerdts eine kleines Juwel geschaffen. Aber ich sollte noch nicht vorweggreifen, sondern Euch erstmal alles in alle Ruhe vorstellen.


Worum geht es?

Italien vor 2000 Jahren. Es herrscht das römische Imperium über das Mittelmeer und die angrenzenden Länder. Alles ist friedlich und in geregelten Bahnen, man kann fast schon von Eintracht.... "Concordia" sprechen.
Ihr spielt ein Familienoberhaupt einer mächtigen römischen Dynastie und wollt Euch ausbreiten. Ihr entsendet Kolonisten, treibt Handel, produziert Waren, gründet Städte und Tempel.
Klingt alles eigentlich erstmal nach ziemlicher Standardkost. Aber "Concordia" bringt aber einen Neuheit mit in den Aufbausektor, nämlich das Element des Deckbaus. Am Anfang besitzt Ihr 7 Karten und im Spielverlauf kommen weitere hinzu, so dass Ihr immer mehr Auswahlmöglichkeiten bekommt und verschiedene Strategien fahren könnt.


Die Spielschachtel
Die Rückseite
Die Spielinformationen
Spielmaterial
  • 110 Holzteile in den 5 Spielerfarben
    • für jeden Spieler jeweils 3 Seekolonisten, 3 Landkolonisten, 1 Zählstein und 15 Häuser
  • 80 Warensteine
    • Ziegel, Nahrung, Werkzeuge, Wein und Tuch
  • 72 Spielkarten (deutsch und englisch)
    • 35 Spielerkarten (je 7 pro Spieler)
    • 30 Kaufkarten
    • 1 Concordia-Karte
    • 1 Praefectus Magnus-Karte
    • 5 Spielhilfen
  • 30 Stadtplättchen
  • 24 Bonusmarker
  • 5 Lagerhäuser
  • Münzen
  • 1 doppelseitig bespielbarer Spielplan
  • je 1 Spielregel in deutscher und englischer Sprache
  • 1 Schnelleinstieg in deutsch und englisch
  • 1 Beiheft mit Hintergrundinformationen (deutsch und englisch)
Der Spielinhalt
Die Spielanleitung in deutsch und englisch
Es ist besonders erwähnenswert, dass dem Spiel alle Anleitungen, Beihefte mit den Hintergrundinformationen, Aufbauanleitungen und Spielkarten auf in englischer Sprache direkt beiliegen.

Die deutsche Spielanleitung
Die Anleitung umfasst nur 4 Seiten. Aber wirklich relevant für den Spielablauf sind eigentlich nur ein paar Zeilen. Diesen Absatz werde ich Euch im "Spielablauf" zeigen.
Für den Spielaufbau liegt noch eine übersichtliche Aufbauanleitung bei.

Die Aufbauanleitung
Weiterführende Informationen
Damit man beim Spielen sogar noch etwas lernen kann, liegt dem Spiel noch ein kleines Beiheft mit einigen Hintergrundinformationen bei. Es wird über die Entstehung des Spiels berichtet und die römische Mythologie und die einzelnen römischen Provinzen näher erläutert. 

Die fünf Spielerfarben
Siedlungen, Land- und Seekolonisten
Die Waren (Werkzeuge, Ziegel, Wein, Tuch und Nahrung)
Die Lagerhäuser
Lagerhaus für den grünen Spieler
Die Stadtplättchen
Die Vorderseite der Stadtplättchen
Die Sesterzen
Die Bonusmarker
Dies waren jetzt die Spielmaterialien für ein normales Aufbauspiel. Aber bei "Concordia" wird der Spielverlauf nicht über Würfel oder dem Kartenglück geregelt, sondern jeder Spieler erhält den identischen Kartensatz. Damit gilt es Aktionen auszuführen und neue Karten zu kaufen, die dann zu Eurem Kartendeck hinzugefügt werden.

Die Spielkarten
Die Spielerkarten
Präfekt- & Merkatorkarte
Architekt- & Präfektkarte
Diplomat- & Senatorkarte
Tribunkarte
Dies waren die sieben Karten, die jeder Spieler bei Spielbeginn erhält. Pro Spielzug spielt man eine Karte aus und führt die entsprechende Aktion aus. Nach einiger Zeit hat man dann keine oder kaum Karten mehr auf der Hand und man spielt dann den Tribun aus. Jetzt darf man alle ausgespielten Karten wieder auf die Hand nehmen und wieder von vorne beginnen.

Die Spielhilfe
Die Kaufkarten & Concordia-Karte
Karten aus dem 1. Zeitalter
Karten aus dem 4. Zeitalter


Die Spielhilfen

Während des Spiels hat man die Möglichkeit weitere Karten zu erwerben. Auf den Karten wird die Aktion, der Preis und die dazugehörige Gottheit angezeigt. Diese Gottheiten spielen bei der Endwertung eine ganz wichtige Rolle.

Der Spielplan (Italia-Seite)
Detailaufnahme der Italia-Seite
Der Spielplan (Imperium-Seite)
Detailaufnahme der Imperium-Seite


















Der Spielplan ist doppelseitig bedruckt und bietet zwei verschiedene Spielszenarien. Einmal der Italien-Plan, der für 2-4 Spieler empfohlen wird. Auf der Rückseite ist dann der Imperiums-Plan, der für 3-5 Spielern empfohlen wird. 

Der Platz für die Bonusmarker
Der Kaufbereich für die Karten

Spielablauf

Der Spielaufbau wird durch die Aufbauanleitung sehr erleichtert. Zuerst werden die Stadtplättchen mit den Seiten A-D auf den dazugehörigen Feldern platziert und dann umgedreht. 

Stadtplättchen mit den Rückseiten
Welche Stadt produziert was?
Danach werden die Plättchen umgedreht und dadurch wird festgelegt, welche Stadt welche Warre produziert.


Die Bonusmarker
Danach wird für jede Provinz geschaut, welches die wertvollste Waren der Provinz ist. von dieser Ware wird ein Bonusplättchen im entsprechenden Bereich abgelegt.

Der Markt für die Karten
Nun wird der Markt für die Karten mit den Karten des ersten Zeitalters aufgefüllt. Diese Karten können im Spielverlauf von den Spielern erworben werden. 

Nun erhält jeder Spieler ein Lagerhaus, gefüllt mit 2 Seekolonisten, 2 Landkolonisten, einigen Waren, etwas Geld und seine sieben Startkarten.


Die Startsituation für den grünen Spieler
Die restlichen Kolonisten werden auf die Stadt Rom gestellt und schon kann das Spiel beginnen. 

Bildunterschrift hinzufügen
Der Spielablauf in der Anleitung

Der Spielablauf wird in der Anleitung nur mit einigen wenigen Zeilen behandelt. Und so simpel ist er eigentlich auch. Karte ausspielen, Aktion ausführen. Fertig.

Grün spielt einen Architekten
Der grüne Spieler hat im obigen Beispiel einen Architekten gespielt. Das erlaubt es ihn einen Kolonisten zu bewegen und eine Stadt zu gründen. Nachdem er die entsprechenden Waren gezahlt hat. Die Kosten dafür sind auf den Spielhilfen abgedruckt.
So verläuft denn das Spiel. Bis alle Karten aufgekauft wurden. Danach folgt die Endwertung.

Ein Spieler kauft Karten
Die Provinzen produzieren
Nach und nach füllen sich die Städte
Der Spielplan im weiteren Spielverlauf

Die Endwertung
Die Wertung ist etwas kleinteilig und anfangs nicht ersichtlich für alle Spieler. Daher empfiehlt das Spiel, dass man mit neuen Spielern nach einer bestimmten Zeit eine Zwischenwertung durchzuführen. Damit soll man ein Gefühl für die Punktevergabe bekommen. Und ich kann das wirklich nur empfehlen.

Für die Wertung werden die Gottheiten der Karten mit den bestimmten Bereichen des Spiels multipliziert. Daher sind die Karten sehr, sehr wichtig, denn sie sind der Multiplikator. Der Spieler mit den meisten Punkten ist natürlich der Gewinner.


Meine Meinung

"Concordia" kommt mit einem sehr gewöhnlichen Thema daher. Man hat schon x-fach Städte im Mittelmeerraum errichtet. Aber, das sollte einem nicht abschrecken. Denn hier gibt es ein Spiel, dass es wirklich verdient hat angeschaut zu werden, denn der "Deckbau" bringt neuen Wind und neue Ideen in dieses Genre.
In der Anleitung sind die Regeln nur auf einigen Zeilen beschrieben. Daher ist der Einstieg sehr einfach. Ich glaube auch, dass ich das Spiel sogar "Wenig-Spielern" schnell beibringen könnte und das ist der große Pluspunkt. Man hat Anfangs einige Möglichkeiten und versucht das beste daraus zu machen. Der Glücksanteil ist dabei sehr gering, stets hat man sein handeln in der Hand.
In der ersten Spielphase geht man sich ziemlich aus dem Weg und siedelt in verschiedenen Bereichen des Plans, später rückt man dann unweigerlich zusammen und dann kommen auch die Interaktionselemente stärker ins Spiel und man muss sich z.B. gut überlegen welche Provinz man produzieren lässt und was der Mitspieler davon hat. Das ist clever, aber auch nicht zu konfliktreich. Es herrscht quasi Eintracht.... äääh "Concordia" auf dem Spielplan.
Lediglich an der Wertung habe ich etwas auszusetzen, denn die ist etwas unklar und die Wertungsmechanismen werden den Spielern kaum durch das Spiel vermittelt. Meist ist es so, dass die Spieler das Spiel spielen und am Ende halt einfach schauen, was dabei an Wertung am Ende rauskommt. Manchmal ist man etwas ziellos, indem was man tut. Daher empfehle ich und das Spiel, dass man mit Neueinsteigern eine Zwischenwertung durchführt, diese führt etwas dazu bei, dass man ein Gefühl für die Punktevergabe gibt.
Ansonsten ist für mich eines der Highlights dieser Spielsaison (ich rechne immer vom SdJ bis SdJ). Und ich hoffe, dass viele Spieler erstmal über das Thema hinwegsehen und sich dieses Kleinod anschauen und genießen werden.

Vielen Dank an den Heidelberger Spieleverlag für das Rezensionsexemplar.

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1 Kommentar:

  1. Klasse Spiel!!! keine kriegerische Auseinandersetzung sondern friedliches Ausbreiten mann braucht aber min. 2 Spiele um die Strategie zu verstehen.

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