14. März 2014

Qwixx - Das Kartenspiel - Karten im Schatten der Würfel

Für mich war "Qwixx" im letzten Jahr eines der absoluten Highlights. Ich konnte es sogar meinen Eltern (ausgesrpochenen Nicht-Spielern) ziemlich problemlos beibringen. Letztens überraschte mich sogar meine Tante (75) damit, dass sie von dem Spiel schonmal gehört hatte.
Ich denke, dass der Nürnberger Spielkarten Verlag mit "Qwixx" einen echten Hit gelandet haben, der meiner Meinung sogar das Zeug zum Klassiker hat. Umso erstaunter war ich, als ich die Neuheitenliste der Nürnberger Spielwarenmesse durchgeschaut habe, denn dort tauchte plötzlich der Name "Qwixx - Das Kartenspiel" auf. Ich war skeptisch, ob ein Kartenspiel das Spielgefühl des Würfelspiels eingefangen werden kann. Aber das will ich erst später entscheiden.
Jetzt stellt sich die Frage, ob das Kartenspiel aus dem großen Schatten der Würfel heraustreten kann.


Worum geht es?

"Qwixx - Das Kartenspiel" wird natürlich über Karten gesteuert. Würfel sucht man in der Spieleschachtel vergeblich, aber der Spielblock dürfte jedem Qwixx-Spieler sofort bekannt vorkommen.
Jede Runde spielt Ihr Karten aus und kreuzt die entsprechenden Felder auf Eurem Block an. Soweit, so bekannt. Wie das genau funktioniert werde ich im "Spielablauf" näher erläutern.
Aber auch hier endet das Spiel, wenn zwei Farbreihen geschlossen wurden. Danach werden alle Kreuze gezählt und der Spieler mit den meisten Punkte ist der Gewinner.

Die Spielschachtel
Die Rückseite
Die Spielinformationen

Spielmaterial
  • 44 Spielkarten in den vier Spielfarben
  • 11 Jokerkarten
  • 1 doppelseitig bedruckter Spielblock
  • 1 Spielanleitung in deutscher Sprache
Der Spielinhalt
In meiner Ausgabe waren noch 2 Spielblöcke enthalten. Das führte dazu, dass die Schachtel sich nicht richtig schloß. Aber in der normalen Verkaufsversion ist jetzt 1 Spielblock enthalten, der allerdings doppelseitig bedruckt ist.

Die Spielanleitung
Der Spielblock
Die 55 Spielkarten
Die unterschiedlichen Farben
Die Spielkarten gibt es in 4 Farben und einer zusätzlichen Jokerfarbe, die in einer Spielvariante in das Spiel kommen kann. Ein Kartensatz umfasst die Zahlen 2-12. Dabei ist auf beiden Seiten die Zahl zu erkennen. Aber die Farbe lediglich auf der Vorderseite.

Ein rotes Kartenset
Die Jokerkarten


Spielablauf

Zu Spielbeginn werden vier  Karten verdeckt in die Tischmitte gelegt, daneben kommt der Nachziehstapel. Danach bekommt jeder Spieler vier Karten auf die Hand. Zusätzlich erhält natürlich jeder Spieler einen Spielzettel.

Der Spielaufbau für 2 Spieler

In seinem Spielzug zieht der Spieler bis auf fünf Handkarten auf. In dem Bildbeispiel hat der Spieler die 11er-Karte gezogen. Es stellt sich heraus, dass die Karte eine blaue ist.

Eine Karte aus der Mitte genommen
 Die gezogenen Karten werden vom Nachziehstapel aufgefüllt.

Der freie Platz in der Mitte...
Die neue, oberste Zahl auf dem Nachziehstapel ist nun das äquivalent zu den weißen Würfel. Diese Zahl können nun alle Spieler auf ihren Bögen ankreuzen, wenn sie denn wollen und es in ihr Konzept passt.

...wird aufgefüllt. 
Die 2 wird gekreuzt

 Der aktive Spieler entscheidet sich die rote 2 auf seinem Zettel anzukreuzen.

Weiterhin muss der Spieler in seinem Zug mindestens eine Karte ausspielen. Er entscheidet sich für die gezogene blaue 11 und kreuzt das entsprechende Feld an.
Pro Spielzug muss der aktive Spieler mindestens ein Kreuz auf seinem Bogen ankreuzen. Entweder von der Zahl vom Nachziehstapel oder einer ausgespielten Karte. Kann oder will der Spieler dies nicht, erhält er einen Fehlwurf.

Die 11 wird angekreuzt
In einem Spielzug kann man auch mehrere Karten ausspielen; bis zu drei. Dabei müssen alle Karten dieselbe Farbe haben. Nach dem Ausspielen, kann man auch mehrere Kreuze machen, sofern die Karten nur maximal ein Feld auseinanderliegen.
In dem Beispiel spielt der aktive Spieler drei blaue Karten aus. Er darf nun für die 8 und 9 Kreuze in der blauen Reihe machen. Die 12 kann der Spieler natürlich nicht mehr ankreuzen.

mehrere Karten werden ausgespielt
Das Spiel endet ebenfalls, wenn zwei Farbreihen abgeschlossen wurden. Aber im Gegensatz zum Würfelspiel, werden bei geschlossenen Farbreihen die Karten nicht entfernt. Die Reihe wird nur für den jeweiligen Spieler geschlossen.
Jetzt werden die Punkte gezählt und der Spieler mit den meisten Punkten ist der Gewinner.

Ein Spielzettel bei Spielende

Meine Meinung

Wie ich oben schon geschrieben habe, hat "Qwixx" bei meinen Spielgruppen ziemlich eingeschlagen und konnte sofort begeistern. Aus diesem Schatten kann "Qwixx - Das Kartenspiel" nicht ganz heraustreten. Aber das ist auch wirklich schwierig, denn es wird immer mit dem Würfelspiel verglichen werden. "Qwixx" war recht elegant, hatte einige Regeln, die es zu beachten gilt. Das Kartenspiel packt leider noch einige Regeln hinzu. Wie viele Karten muss man ausspielen? Wieviele Kreuze darf man machen, wenn man mehrere Kreuze ausspielt? Wie groß darf der Abstand der ausgespielten Karten sein, wenn man mehrere Kreuze machen will? Das muss halt alles noch zusätzliche im Hinterkopf behalten. Es ist zwar nicht viel mehr extra, aber es ist etwas mehr, was man lernen muss.
Versteht mich aber nicht falsch, das Spiel fängt das Spielgefühl hervorragend ein und es entsteht auch nach mehreren Runden ein ähnlicher Spielfluß. Aber man muss halt etwas mehr beachten.
Ich kann allerdings auch verstehen, wenn Spieler das Kartenspiel vorziehen, denn es ist etwas besser plan- und steuerbar. Man kann Karten aufsparen, die man erst in späteren Runden ausspielen wird. Das bietet das Würfelspiel einfach nicht.

Ich wurde jetzt schon öfter gefragt, welches Spiel denn nun besser sei und ich musste meist bei dieser Frage nachdenken, denn so einfach ist das nicht zu beantworten. Das Kartenspiel ist besser planbar, das Würfelspiel doch etwas glückslastiger. Daher kann ich das nicht so einfach beantworten. Denn manchmal möchte ich eher was mit Karten spielen, wo ich etwas mehr nachdenken muss und manchmal halt einfach ein paar Würfel werfen.
Da beide Spiele den gleichen Spielblock benutzen werde ich die beiden Spiele wohl einfach in eine gemeinsame Schachtel packen und immer das Spiel herausnehmen, was meine Spielgruppe und ich gerne Spielen wollen. Ich empfehle einfach beide Spiele zu kaufen und es je nach Stimmung zu spielen, denn das "Qwixx"-typische Spielgefühl tragen beide Spiele.

Vielen Dank an den Nürnberger Spielkarten Verlag für das Testmuster.

P.S. Vielleicht bringt der Verlag ja noch eine Kombi-Edition heraus. ;)


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