27. März 2014

Ugo! - Bauern kommt zu mir!

Es kommt bei mir eigentlich sehr, sehr selten vor, dass ich ein Spiel blind kaufe. Meist informiere ich mich auf Spieleseite über die Spiele, was sie sind, was sie machen und ob es was für mich sein könnte. Bei "Ugo!" des niederländischen Verlags Playthisone war es nicht so. Ich bin auf der Messe rumgewandert, hatte ab und an mal ein Blick auf die Fairplay-Scout-Liste geworfen und da tauchte dieses Spiel auf. Also zum Stand hingeschlendert und einigen Leuten beim Spielen zugesehen. Machte erstmal einen guten Eindruck und der Messepreis sorgte dafür, dass das Spiel am Abend in meiner Spieletasche gelandet war.


Worum geht es?

"Ugo!" ist ein Stichspiel, indem die Spieler versuchen ihr Land mit den verschiedenen Kartentypen zu besiedeln. Aber man darf nicht die Bauern vergessen, denn die sorgen letztendlich dafür, dass die Ländereien gut wirtschaften und viele Punkte bei Rundenende abwerfen.
Es wird über vier Runde gespielt und der Spieler mit den meisten Punkten ist der Gewinner.

Die Spielschachtel
Die Rückseite
Die Spielinformationen

Spielmaterial
  • 45 Spielkarten in fünf Spielfarben. (Werte 0-8)
  • 4 Königreichtableaus
  • 36 Bauernplättchen
  • 4 Spielanleitungen (deutsch, niederländisch, englisch, französisch)
Das Spielmaterial
Alle Spielanleitungen
Das Spielmaterial selbst ist sprachneutral. Allerdings liegen dem Spiel insgesamt vier Spielanleitungen bei (deutsch, englisch, französisch und niederländisch).

Die deutsche Spielanleitung
Die Spielbretter
Nahaufnahme des Spielbretts
weitere Nahaufnahme
Jeder Spieler bekommt ein Königreichtableau. Darauf werden dann im späteren Spielverlauf die unterschiedlichen Karten abgelegt. Witzig ist die Aufmachung der Spielbretter und die Städtenamen sorgen immer für ein leichtes schmunzeln. Das Spiel nimmt sich einfach nicht ganz ernst.

Die Bauern
Aber in jedem Königreich sind die Bauern nicht ganz unwichtig. Sie bestimmten, welche Länderei gewinnt abwirft und somit Punkte generiert. Fehlen in einem Feld später Bauern, dann drohen viele Minuspunkte.

Die Spielkarten
Die verschiedenen Sets
Die Spielkarten gliedern sich in fünf Spielfarben auf. Bemerkenswert ist, dass die Spielkarten ziemlich glatt sind.

Das blaue Set
Das schwarze Set
Das grüne Set
Das gelbe Set
Das rote Set
Nahaufnahme
Nachaufnahme 2



















Aber nicht nur der Kartenwert ist entscheidend, sondern auch, wieviele Bauern man mit einer Karte gewinnen kann, falls man den Stich gewinnt. Manchmal ist es sogar entscheidend, einen Stich nicht zu gewinnen, wenn man eine bestimmte Karte ausspielt.
Normalerweise bekommt der Spieler die Anzahl an Bauern, die auf der gewinnbringenden Karte aufgedruckt sind. 
Die Karten 1 und 2 haben noch Sonderregeln.

Sonderregel 1er Karte
Hier bekommt der Spieler 1 Bauern, wenn er den Stich verliert, der Stich aber die gleiche Farbe hatte. Und 2 Bauern, wenn der Stich eine andere Farbe hatte.

Bildunterschrift hinzufügen
Bei der 2er Karte bekommt man nur einen Bauer, wenn der Stich eine andere Farbe hatte und man diesen verloren hatte.


Spielablauf

Jeder Spieler erhält zu Spielbeginn einen Königreichtableau und zehn Spielkarten ausgeteilt. Jetzt gilt es Stiche zu gewinnen und genügend Bauern "anzuwerben".
Der Startspieler spielt eine Karte aus. Die anderen Spieler müssen die gleiche Farbe bedienen. Haben sie keine Karte dieser Farbe mehr auf der Hand, darf auch eine andere Farbe gespielt werden.
Die Karte mit dem höchsten Wert gewinnt den Stich und die Karten dürfen, nach Farben sortiert, auf dem Königreich abgelegt werden. Dabei muss auch geschaut werden, ob der Stichgewinner Bauern erhält.

Die Bildserie zeigt eine Stichrunde mit roter Spielfarbe.

Spieler 1 spielt Rot
Rot wird bedient.
Die 8 gewinnt den Stich
Der Spieler darf die Karten ablegten
Jetzt legt der Spieler die Karten in seinem Königreich ab. Dabei darf er die gewonnenen Karten sortieren. Natürlich legt man den höchsten Wert nach oben, da sie bestimmt, wieviele Punkte das Feld bei Rundenende wert ist.

Nach der erste Runde beginnt der Spieler, der den letzten Stich gewonnen hat.

Schwarz wird ausgespielt.
Und bedient
Schwarze 5 gewinnt
Die schwarze 5 hat den Stich gewonnen. Jetzt dürfen die Karten wieder abgelegt werden. Dabei muss nun ein neues Königreich gewählt werden, da die Felder immer nach Farben bestückt werden müssen. Zusätzlich erhält der Spieler zwei Bauern, die er unten auf dem Plan platziert.

Zwei Bauern gewonnen
Das nächste Feld ist bereit
Nächste Stichrunde
In dieser Stichrunde hat ein Spieler keine blauen Karten mehr und durfte somit eine andere Farbe ausspielen. Diese rote Karte muss in das rote Feld abgelegt werden. Somit wird nun die 8 überdeckt und das Feld wäre bei Spielende nur noch 1 Punkt wert.

Die Rote 8 wird bedeckt
Nachdem alle Karten ausgespielt wurden, wir geschaut wieweit die Ländereien mit Karten und Bauern bestückt sind.
Dabei zählt jedes Feld die Punkteanzahl, die die oberste Karte anzeigt. Solange Bauern in dem Feld vorhanden sind. Falls Bauern fehlen, so wie in dem gelben Feld, kann das Feld nicht gewertet werden und jeder fehlende Bauer zählt 5 Minuspunkte.
In diesem Beispiel würde der Spieler 1 Punkt (rot) + 5 Punkte (schwarz) + 6 Punkte (blau) - 10 Punkte (gelb) = 2 Punkte erhalten.
Wer nach vier Runden die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Bei Rundenende

Meine Meinung

"Ugo!" kann manchmal ziemlich brutal sein, denn wenn man es nicht schafft genügend Bauern zu gewinnen, steht man schnell mal mit vielen Minuspunkten in einer Runde da. Und dann ist das ganze Spiel auch schon gelaufen. Zumindest ist das bei mir ziemlich oft der Fall. Irgendwie habe ich diese Bauern-Rekrutier-Mechanik nicht im Griff, dafür aber meine Mitspieler umso mehr. Aber dennoch gewinn ich ab und an Stiche und kultiviere somit mein Land, daher dann die vielen Minuspunkte durch die fehlenden Bauern in den Ländereien.
Dennoch habe ich viel Spaß in dem Spiel und irgendwann werde ich auch mal gewinnen, bis dahin versuche ich einfach in jeder Runde mit Pluspunkten hervorzugehen. Man braucht ja kleine Ziele.
Natürlich ist man in diesem Spiel der Kartenhand manchmal ausgeliefert. Mit schlechten Karten sind meist nicht viele Stiche zu machen, aber das ist ja bei den meisten Stichspielen so.
Im Gegensatz zu "Fünf Gurken" bewegt sich "Ugo!" eher am komplexeren Ende der Stichspiele. Bei "Fünf Gurken" ist nicht viel zu beachten, hier aber umso mehr. Ich brauche genügend Bauern, kann den Gegner noch ein Feld verhageln, wenn ich die passende Karte spiele. Wie fülle ich meine eigenen Länderein am geschicktesten auf?
Wer ein (etwas) komplexeres Stichspiel sucht, der sollte sich unbedingt mal "Ugo!" anschauen. Dabei sollte man das Spiel mit mindestens drei Spielern spielen. Mit zwei Spielern kommt nicht so richtig Freude auf.
Mir macht es viel Spaß, obwohl ich selbst meist verliere. Aber das ist ja nicht die Schuld des Spieles, sondern des unfähigen Spielers.

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