23. Mai 2014

Norderwind - Déjà-vu auf hoher See

Der Kosmos Verlag sticht zum zweiten mal in dieser Spielesaison in See. Nach "Nauticus" folgt nun "Norderwind". Hinter "Norderwind" steckt niemand anderer, als der "Siedler von Catan"-Erfinder Klaus Teuber. Jetzt ist natürlich die große Fragen, ob er den großen Catan-Schatten abschütteln kann und zu neuen Welten aufbrechen kann?
Als ich die ersten Bilder von "Norderwind" sah, stach mir sofort das aufwendig gestaltig gestaltete Schiff ins Auge. Als ich gehört habe, dass jeder Spieler ein solches Schiff bekommt, war mir sofort klar, dass ich einen Blick auf dieses Spiel werfen muss.


Worum geht es?

In "Norderwind" verkörpert Ihr den Kapitän eines prunkvollen Handelsschiffes. Ihr pendelt zwischen drei Hafenstädten, sammelt Waren ein, verbessert Euer Schiff und jagt Piraten. Deren Kopfgeld könnt Ihr in den Häfen für Siegpunkte eintauschen.
Der Spieler, der als erstes seine zehn Siegpunktsteine auf das Spielfeld bringen kann, ist der Sieger.

Die Spielschachtel
Die Rückseite
Die Spielinformationen

Spielmaterial
  • 64 Holzfiguren
    • 16 Mannschaftsmitglieder, hellblau
    • 8 Piratenkapitäne, dunkelblau
    • 8 Salzsäcke, weiß
    • 8 Getreide, gelb
    • 8 Weintrauben, violett
    • 8 Bäume, grün
    • 8 Fische, grau
  • 1 weißer Ereigniswürfel
  • 1 schwarzer Kampfwürfel
  • 40 Siegpunktsteine, je 10 pro Spielerfarbe
  • 4 Schiffe, bestehend aus Rumpf, Deck, Mast, Krähennest und Segel
  • 16 Kanonen
  • 8 Handelsbriefe
  • 24 Meerkarten
  • 30 Goldmünzen, Wert 1
  • 12 Goldmünzen, Wert 5
  • 1 Siegpunkttafel
  • 1 Anleitung in deutscher Sprache
Der Spielinhalt
Schiffsparkplatz
Anfangs war ich skeptisch, ob man die Schiffe jedes mal neu zusammenbauen muss. Aber lediglich den Mast muss man aufstellen und schon kann es losgehen. Die vier Rümpfe passen zusammengebaut in die Schachtel. Da hat Kosmos wieder ganze Arbeit geleistet.

Die Anleitung
Die vier Schiffe
Die aufgebauten Schiffe sind schon sehr imposant und detailreich. Jedes Schiff hat sogar einen eigenen Schiffsnamen spendiert bekommen.

Detailaufnahme eines Schiffes
Die Lagerplätze / Gefängnis
Der Mast
Die Schiffsverbesserungen

Jedes Schiff hat einen Namen

Der Spielplan
Auf dem Spielplan werden im Spielverlauf die Siegpunktsteine platziert. Es gibt drei Bereiche. Die Hafenanforderungen, die im Spielverlauf stetig steigen, den Ablageplatz für alle besuchten Häfen und den Ablageplatz für den Bonus, wenn man alle seine Mannschaftsmitglieder auf dem Schiff platziert hat.

Die Hafenwünsche
Alle besuchten Häfen
Voll ausgebauten Schiffe
Wieder ein Punkt, wo sich jemand echt Mühe gegeben hat, ist das Warentray. Denn das kann komplett aus der Spielschachtel genommen und neben den Spielplan gelegt werden. So sind dann alle Waren sofort griffbereit und das lästige Fummeln mit den Plastiktüten entfällt. 

Das Warentray
Piraten, Wein und Holz
Fische, Getreide und Salz
Die Mannschaft
Falls Ihr Euch nun wundert, warum die Teile stellenweise so komisch ausschauen. Das hat den Grund, dass diese ein kleines Gegengewicht brauchen, damit man sie schön auf dem Boot aufbewahren kann. Und dann sieht das ganze schon wieder richtig klasse aus.

Die Lagerung der Waren
Die Schiffsverbesserungen
Die Kanonen
Eine angebaute Kanone
Die Münzen
Die Handelsbriefe
Die Piraten- / Kanonenwürfel
Die Marker
Die 24 Meerkarten
Von den Meerkarten gibt es verschiedene Arten.
Die Hafenplättchen
Wenn eine Hafenplättchen aufgedeckt wird, kann der Kapitän den entsprechenden Hafen besuchen und versuchen die aktuelle Forderung zu erfüllen.

Der Händler
Mit der Händler-Karte darf man einmalig eine beliebige Ware kaufen oder verkaufen.

Das Schiffswrack
Wenn man sich für die Schiffswrack-Aktion entscheidet, darf man sofort 2 Gold aus dem Vorrat nehmen.

Der Nebel
Im Nebel warten die Gefahren / Piraten oder es winkt etwas Gold.

Die Werften
In den Werften kann man sein Schiff verbessern.

Die Handelshäfen
Und in den Handelshäfen kann man Waren ein- oder verkaufen.

Es gibt zwei unterschiedlichen Arten von Aktionen. Die unterstrichenen und die ohne Unterstrich. Die unterstrichenen sind bei der Wahl des aktiven Spielers auch für die anderen Spieler nutzbar, dafür müssen sie allerdings einen Handelsbrief abgeben. Die Aktionskarten ohne Unterstrich sind nur durch den aktiven Spieler nutzbar.

Die unterschiedlichen Aktionsplättchen


Spielablauf

Jeder Spieler erhält zu Spielbeginn ein Handelsschiff (Mast auf Höhe 4) mit einer installierten Kanone, fünf Goldmünzen, einen Handelsbrief, drei weitere Kanonen, zehn Siegpunktsteine in seiner Farbe und vier Mannschaftsmitglieder. 

Der Spielaufbau
Danach werden die Meerkarten in drei gleiche Stapel aufgeteilt, ein Hafen dazugelegt und dann vermischt. Diese Stapel werden dann unterhalb der entsprechenden Häfen gelegt.

Die Meerkarten und Spielplan
Während eines Spielzuges entscheidet sich der aktive Spieler für einen der drei Stapel und beginnt seine Handelsfahrt. Nun darf er so viele Karten aufdecken, wie die Höhe seines Mastes vorgibt.
Das erste Feld ist ein Handelsschiff und er entscheidet sich die Aktion zu wählen. Dafür erhält er zwei Goldmünzen.
Aufgedeckte Karte 1
Die nächsten beiden Karten waren Händler. Der Spieler hat sich gegen diese Aktionen entschieden, daher darf er noch eine vierte Karte aufdecken.

Aufgedeckte Karten 2 & 3
Die letzte Karte ist ein Schiffswrack und der Spieler nimmt nochmals die Goldmünzen.

Aufgedeckte Karte 4
Danach ist der Spielzug vorbei. Die Karten werden wieder zusammengelegt und durchgemischt. So kann man nach und nach ahnen, was sich in den Stapeln befindet und was einen dort womöglich erwarten könnte.

Der wieder zusammengemischte Stapel
Danach folgt der nächste Spieler, dieser muss sich wieder für einen Stapel entscheiden und beginnt seine Handelsreise.
Er entdeckt einen Handelsposten und kauft zwei Fische für zwei Goldmünzen.

Einen Handelsposten entdeckt.
Er verstaut diese Waren auf seinem Schiff. Allerdings darf man von jeder Sorte jeweils nur zwei Stück lagern.

Der Fisch wird verstaut.
Danach geht das Spiel in dem bekannten Schema weiter.

Im späteren Spielverlauf kann man die Häfen besuchen, falls man das entsprechende Plättchen in dem entsprechenden Stapel aufgedeckt hat. Dann kann man, wenn möglich, die Hafenanforderungen erfüllen, sofern man die richtigen Waren auf seinem Schiff hat. Dies erlaubt es den Spieler eines seiner Siegpunktplättchen auf den Spielplan zu legen. Es wird von unten begonnen. möchte der Hafen andere Waren.
Ein Spieler erfüllt die Hafenanforderungen
Falls ein Spieler ein Nebelplättchen aufdeckt. Wird der weiße Würfel geworfen und es kann zu einem Piratenüberfall kommen. In diesem Beispiel bedroht uns ein Pirat. Nun muss der Spieler den weißen Würfel so oft werfen, wie er Kanonen auf seinem Schiff installiert hat. In diesem Fall wird der Pirat erfolgreich abgewehrt und der Piratenkapitän landet im Gefängnis auf dem Schiff.

Die Fahrt in den Nebel
So füllt sich dann nach und nach das Tableau und der erste Spieler, der alle seine Siegpunktsteine auf dem Tableau ablegen konnte ist der Gewinner. 

Das Tableau füllt sich.


Meine Meinung

Konnte also Klaus Teuber den Catan-Schatten mit "Norderwind" abschütteln. Und hier muss die Antwort lauten, Nein! Denn "Norderwind" ist eine vereinfachte "Sternenschiff Catan"-Version für vier Spieler. Jemand, der "Sternenschiff Catan" schonmal gespielt hat, wird erkennt, dass hier viele, viele Ideen und Mechanismen recycelt wurden. Das Segeln in die Meereskarten, die Schiffsausbauten, alles schon da gewesen.
"Norderwind" ist vom Spielablauf recht eingängig und Familien könnten damit sicherlich auch Ihren Spielspaß haben, mir fehlt allerdings etwas die Spannung. Man macht immer die gleichen Aktionen und nach der Hälfte des Spiels sind die Meereskartenstapel auch soweit bekannt, dass das Spiel eigentlich nur noch simples abklappern der Aktionen ist. Das Spiel wird sogar noch vorhersehbarer, wenn man sein Segel auf die volle Höhe gebracht hat, denn dann kann man den Meereskartenstapel fast komplett durchsegeln und kann genau abschätzen was einen erwartet.
In einem Spiel habe ich nur gewinnen können, weil mein Mitspieler in drei Runden nicht das Hafenplättchen aufdecken konnte. Ich bin dann einmal in den Stapel gesegelt und habe sofort das richtige Plättchen aufdecken können, konnte die Waren abliefern und somit den letzten Siegpunktstein setzen. Das erschien mir doch ziemlich beliebig und sehr glücksabhänig.
Nicht einmal die Piratenkämpfe fand ich sonderlich aufregend. Würfel werfen für die Piraten und dann Würfel werfen für die Verteidigung. Das ist nicht sehr innovativ. Da fand ich die Kämpfe im "Sternenschiff" deutlich aufregender, zumal die Piraten im Spielverlauf auch an Stärke gewonnen haben.
Natürlich sind die tollen Schiffsmodelle ein Augenschmaus und ziehen sofort jeden Spieler sofort an. Leider verbirgt sich dahinter ein Spiel, was durch seine gleichförmigen Spielabläufe, wenigen Entscheidungen und Spannungsarmut nicht überzeugen kann.

Vielen Dank an Kosmos für das Testmuster.

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1 Kommentar:

  1. Teile Deiner Meinung leider. Habe im ersten Spiel sogar drei Punkte als Abschluss machen können; erste Aktion das letzte Personalmotglied, dann Hafen und Mehrheit zurück bekommen - 10-6-5. Aber ein Augenschmaus ist es allemal. In unserer Gruppe wurden die Plättchen allerdings als ungeeignet empfunden, da sie durchs ständige Mischen später evtl. erkennbar werden können.

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