26. Juni 2014

Camel Up - Kamele Huckepack

Diesmal steht ein weiteres Spiel der Nominiertenliste auf dem Plan, aber diesmal ein Exemplar der Gattung Spiel des Jahres. Es handelt sich um "Camel Up" von Eggertspiele. Der kleine Eggertspiele Verlag hat es dieses Jahr geschafft jeweils ein Spiel auf die Spiel des Jahres und Kennerspiel des Jahres Liste zu platzieren. Dafür schonmal herzlichen Glückwunsch. Aber verbirgt sich hinter dem doch sehr witzig ausschauenden Spiel, auch ein gutes Spiel?


Worum geht es?

In "Camel Up" besucht Ihr ein Kamelrennen. Ein Kamelrennen? Wer denkt sich denn so was aus? Hier war es der Autor Steffen Bogen und alle Spieler spielen ein Kamel? Nein! Ihr seid nur Zuschauer und wettet auf den Ausgang der einzelnen Etappen des Rennens. Die Bewegung der Kamele wird durch Würfel bestimmt, die die tolle Würfelpyramide ausspuckt.
Es gilt das richtige Timing zu finden und das Rennen richtig einschätzen, aber manchmal geschehen unvorhergesehene Dinge und der gesamte Rennverlauf wird auf den Kopf gestellt. Man  platziert Wetten, oft auch gewagte, damit man mit dem meisten Geld das Spiel gewinnen kann.


Die Spielschachtel
Die Rückseite
Die Spielinformationen

Spielmaterial
  • 1 Würfelpyramide
  • 1 Spielplan
  • 5 Kamele aus Holz
  • 5 Würfel aus Holz
  • 40 Wettkarten
    • je 5 pro Charakter
  • 8 Wüsten- / Oasenplättchen
    • je 1 pro Charakter
  • 15 Etappenplättchen
    • je 3 pro Kamelfarbe
  • 5 Pyramidenplättchen
  • 50 Münzen
    • 35 x Wert 1 & 15 x Wert 5
  • 20 Geldkarten
    • 10 x Wert 10 & 10 x Wert 20
  • 1 Startspielermarker
  • 2 Spielanleitungen
    • jeweils in deutsch & englisch

Der Spielinhalt
Deutsche und englische Spielanleitung
Ebenso, wie "Istanbul" liegen dem Spiel, zwei Anleitungen bei.

Die Spielanleitung
Der Spielplan
Aufwendig gestaltete Rückseite
Die Rückseite des Spielplans wurde mit dem Coverartwork verschönert.

Der Wettbereich für die Etappenplättchen
Der Wettbereich auf das "tolle Kamel"
Der Wettbereich auf das "olle Kamel"
Die "Kamelsphinx"
Der Spielplan ist wunderschön und witzig gestaltet. Stets gibt es etwas Neues zu entdecken. Seien es die Geier, die bereits über dem "ollen Kamel" warten oder die "Kamelsphinx", die die Rennteilnehmen begrüßt.

Die Würfelpyramide
Die Würfelpyramide muss man vor dem ersten Spiel aus einigen Teilen zusammensetzen. Das erfordert etwas Geschick und Vorsicht. Aber nach dem Zusammenbauen passt sie problemlos in die Spielschachtel. Anfangs erfordert die richtige Benutzung der Pyramide etwas Übung, aber nach ein paar Runden weiß man damit umzugehen.
Im Spielverlauf muss man die Würfelpyramide umdrehen, den Schieber betätigen und schon gibt sie einen der Würfel preis.  Dieser Würfel bestimmt dann, wieweit das entsprechende Kamel sich bewegen darf.

Inschriften auf der Pyramide
Witzig ist, dass sich die Testspieler auf der Pyramide verewigen durften.

Die Holzwürfel mit Werten von 1 - 3
Die Rennkamele
Die Wettkarten
Vorderseite der Wettkarten
Jeder Spieler erhält einen Satz Wettkarten. Mit diesen Karten kann man im Spielverlauf auf den Sieger und den Verlierer des Rennens wetten. Liegt man richtig, winken bis zu 8 Ägyptische Pfund, falls man der erste richtige Wetter ist.

Die Geldmünzen
Die Geldkarten und Startspielermarker
Die Wüsten- / Oasenplättchen
Mit den Wüsten- / Oasenplättchen kann man den Rennverlauf etwas beeinflussen. Mit der Oasenseite lässt man Kamele schneller laufen, falls sie auf das entsprechende Feld laufen. Mit der Wüstenseite bremst man diese aus.

Die Pyramidenplättchen
Nimmt sich ein Spieler ein Pyramidenplättchen, darf er die Würfelpyramide nutzen und damit ein Kamel bewegen. Nach Etappenende ist jedes erhaltene Pyramidenplättchen 1 Ägyptisches Pfund wert.

Die Etappenplättchen
Eine weitere Möglichkeit Geld zu gewinnen, ist auf den Ausgang der einzelnen Rennetappen zu tippen. Dafür nimmt sich ein Spieler jeweils das oberste Plättchen des Etappenplättchen-Stapels. Führt das entsprechende Kamel das Rennen bei Etappenende an winkt Geld.


Spielablauf

Der Spielaufbau
Die Etappenplättchen und Pyramidenplättchen werden auf die entsprechenden Felder gelegt. Und die Kamele warten an der Startlinie auf die Rennaufstellung.

Startmaterial für die Spieler
Jeder Spieler erhält 2 Ägyptische Pfund, ein Wüsten- / Oasenplättchen und sein Set seiner Wettkarten.

Die platzierten Etappenplättchen
Die platzierten Pyramidenplättchen
Die ausgewürfelte Startposition
Die Startposition wird ausgewürfelt. Danach werden alle Kamele auf die gewürfelten Felder gestellt. Dabei ist zu beachten, dass auf jedem Feld nur ein Kamel Platz hat. Sollen auf einem Feld mehrere Kamele starten, müssen sie gestapelt werden. Hierbei ist zu beachten, dass das oberste Kamel die Führung dieses Kamelstapels inne hat. Bewegt sich das unterste Kamel dieses Stapels, nimmt es die oberen Kamele einfach mit. Dadurch könnnen sich im Rennen viele lustige Situationen ergeben.

Die Würfel verschwinden in der Pyramide
Danach werden alle Würfel in die Pyramide gesteckt. Diese warten nun auf ihren Einsatz.

Während eines Spielzuges hat jeder Spieler eine von vier Aktionen zur Verfügung:
  1. Lege ein Wüsten- / Oasenplättchen
  2. Nimm ein Pyramidenplüättchen
  3. Nimm ein Etappen-Wettplättchen
  4. Wette auf das tolle oder olle Kamel

Lege ein Wüsten- / Oasenplättchen: Hierbei muss der Spieler sein Wüstenplättchen auf ein leeres Feld platzieren. Dadurch kann er den Rennverlauf etwas steuern, indem er Kamele beschleunigt oder abbremst. Zusätzlich erhält er für des Kamel, dass das Feld betritt 1 Ägyptisches Pfund.

Der Spieler platziert ein Wüstenplättchen
Nimm ein Pyramidenplättchen: Dabei nimmt der Spieler eines der Pyramidenplättchen und darf dann die Würfelpyramide betätigen. Nachdem der Würfel aus der Pyramide gewürfelt wurde, muss das passende Kamel bewegt werden. Dabei ist wieder zu beachten, dass auf jedem Feld nur ein Kamel Platz hat. Steht hier schon ein Kamel, setzt sich das eine auf das andere. Und das untere Kamel kann in der nächsten Runde, das obere Kamel mitnehmen.

Der Spieler nimmt sich ein Pyramidenplättchen
Das blaue Kamel bewegt sich.

Das Wüstenfeld wurde getroffen
In diesem Beispiel betritt das blaue Kamel ein Wüstenplättchen und muss ein Feld zurückgehen. Dabei setzt es sich unter das gelbe Kamel.

Unter das gelbe geschoben- 

Der Spieler erhält Geld
Für diese Aktion erhält der entsprechende Spieler 1 Ägyptisches Pfund.

Der blaue Würfel wird abgelegt.
Der blaue Würfel wird danach auf das blaue Feld gelegt. Dadurch ist immer ersichtlich, welche Kamele sich schon bewegt haben und welche sich noch bewegen werden. Diese Information ist meist sehr hilfreich, um erfolgreiche Wetten zu platzieren.

Ein Etappenplättchen nehmen: Die ist die Möglichkeit auf den Sieger der Rennetappe zu wetten. Dabei nimmt sich das Spieler ein Etappenplättchen und hofft, dass das passende Kamel am Ende der Etappe die Nase vorn hat. Der erste Spieler, der sich eines dieser Plättchen kann das meiste Geld gewinnen. Wetten weitere Spieler auf das gleiche Kamel, sinkt deren Gewinn. Man kann auch mehrfach auf eine Farbe wetten. 
Liegt man bei dem Tipp falsch, muss man eine Strafe zahlen. 

Der Spieler hofft auf das gelbe Kamel
Das gelbe Kamel mit Vorsprung
Weitere Spieler tippen auf Geld. 
Noch mehr Spieler hoffen auf Gelb.
Nachdem sich in unserem Beispiel herauskristallisiert hat, dass das gelbe Kamel gewinnen wird, haben sich alle Spieler auf die gelben Etappenplättchen gestürzt. Sind keine gelben Etappenplättchen mehr da, kann man auch nicht mehr aufs gelbe Kamel tippen.

Etappenende
Eine Rennetappe endet, wenn sich alle Kamele jeweils einmal bewegt haben. Jetzt wird geschaut, wer mit seinen Etappentipps richtig gelegen hat. 

Abrechnung für den Spieler
Der Spieler erhält 6 Ägyptische Pfund, da er ein Pyramidenplättchen besitzt und mit seinem gelben Etappensieg richtig gelegen hat.

Nach einer Etappe werden alle Etappenplättchen wieder sortiert und zurückgelegt, ebenso wie die Pyramidenplättchen. Danach beginnt eine neue Runde.

Wette auf das tolle oder olle Kamel: Die ist die letzte Möglichkeit, die die Spieler haben. Hierbei entscheidet sich der Spieler auf den Ausgang des Rennendes und legt seinen ultimativen Tipp auf das Feld für den Sieger oder den Verlierer des Rennens.

Der Spieler will auf gelb wetten
Der erste Renntipp für den Sieger
Der Spieler nimmt eine seiner Wettkarten und legt sie verdeckt auf ein Feld. Dabei kann man für den Sieger oder den Verlierer des Rennens tippen. Der erste Spieler, der richtig gelegen hat, gewinnt das meiste Geld.

Situation bei Rennende
Das Rennen endet sobald ein Kamel die Ziellinie überschritten hat. Es folgt sofort die Abrechnung für das tolle und das olle Kamel.

Abrechnung für das tolle Kamel
Bei der Abrechnung wird der Kartenstapel umgedreht und von vorne geschaut, wer als erster den richtigen Tipp abgegeben hat. Der erste Spieler erhält dafür 8 Ägyptische Pfund, der zweit Spieler noch 5 usw. Spieler, die daneben getippt haben, müssen für jeden falschen Tipp ein Pfund abgeben.
Und genauso funktioniert die Abrechnung für das olle Kamel.

Der Spieler, der bei Spielende das meiste Geld besitzt, ist der Gewinner.


Meine Meinung

"Camel Up" überraschte mich. Als ich die ersten Bilder sah, wollte ich es als einfaches "Roll & Move" Spiel abstempeln, aber als es dann bei mir auf dem Tisch kam, entfaltete es gleich seinen ganzen Charme.
Man steuert halt nicht die Kamele, sondern wettet nur auf den Etappen- oder Rennausgang. Diesen Umstand müssen die Spieler erstmal kapieren. In einer meinen Spielrunden meinte eine Spielerin zu mir: "Welches Kamel habe ich nochmal?". Das ist nicht ganz einfach sich davon zu lösen, denn man spielt ja nur die Personen, die dem Rennen zuschauen und auf die Kamele wetten. Darauf sollte man beim Erklären nochmals hinweisen, dass man keine Kamele spielt.
Ansonsten ist der Spielablauf sehr simpel, man hat vier Aktionsmöglichkeiten in seinem Zug und führt eine davon aus. Dann folgt der nächste Spieler. Das geht im Normalfall schnell und lässt wenig Platz für lange Grübelorgien. Die Aktionsmöglichkeiten sind sehr schnell erklärt und die meisten Spieler haben damit auch keine Probleme.
Das Spiel ist für 2-8 Spieler spielbar. Leider habe ich es nicht mit 2 Spielern gespielt. Ich denke aber, dass man mindestens 3 Spieler an den Tisch bringen sollte, damit das Wetten richtig Spaß macht. Und mit größeren Spielgruppen funktioniert das Spiel auch hervorragend, zwar ändert sich das Spielgefühl mit wachsender Spielerzahl stark, aber es funktioniert weiterhin. Denn mit mehr Spielern sinken die Einflußmöglichkeiten deutlich und man muss in seinem Zug die richtige Entscheidung fällen, denn man weiß nicht, ob man nochmal einen weiteren Zug in der aktuellen Etappe hat.
Denn ganz wichtig bei "Camel Up" ist das richtige Timing seine Aktionen. Wann wette ich auf die Etappe? Auf welches Kamel sollte ich jetzt schon setzen" usw.. Manchmal lässt einem das Spiel auch keine Wahl, denn wenn sich abzeichnet wer das Rennen machen wird, dann gibt es meist nur eine sinnvolle Aktion.
Nach einigen Partien gewinnt man auch ein besseres Gespür für die Aktionen und geht mit immer mehr Gewinn aus den Spielen heraus. Natürlich kann es auch passieren, dass das Rennen einen komplett anderen Verlauf nimmt und am Ende mit Verlust darsteht. Dafür ist das Spiel halt zu glückslastig und zu chaotisch. Aber das will das Spiel sein. Es will Familien an den Tisch bringen, jeder soll gewinnen können und es soll gelacht werden. Das zeigt sich schon beim Artwork und bei der Idee, dass Kamele andere Kamele Huckepack nehmen. Großartige Ideen. Großartiges Spiel! Für mich der heißeste Kandidat auf den Titel "Spiel des Jahres 2014".

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