18. Juni 2014

Istanbul - Walk this way

Im heißen Rennen um den Titel "Kennerspiel des Jahres" buhlen dieses Jahr drei Titel um die Gunst der Jury. Mit "Concordia" habe ich bereits ein Spiel von der Nominierungsliste vorgestellt. Aber auch der Pegasus-Verlag versucht mit der Rüdiger Dorn Neuheit "Istanbul" zu punkten. Persönlich kannte ich Rüdiger Dorn bisher nur vom den Spiel "(Las) Vegas", was eines der ersten Beiträge dieses Blogs. Aber die beiden Spiele "Istanbul" und "Vegas" unterscheiden sich doch sehr, allerdings ist eine kleine Regelvariante in beiden Spielen zu finden. Also sind sie doch etwas verwandt, aber nur etwas.
Wer nicht abwarten kann, was ich zu dem Spiel zu sagen habe, der kann bei Superlevel vorbeisurfen und sich den Podcast anhören.


Worum geht es?

Auf dem Basar in "Istanbul" treiben sich allerlei Kaufmänner und deren Gehilfen herum. Ihr verkörpert einen Kaufmann und versucht durch geschicktes Handeln zum erfolgreichsten Händler aufzusteigen. Ihr müsst Waren in den Lagern einsammeln, gewinnbringend Verkaufen, in der Teestube zocken oder den geheimen Scharzmarkt besuchen.
Der erste Spieler, der fünf Rubine erworben hat, gewinnt das Spiel.




Die Spielschachtel
Die Rückseite
Die Spielinformationen

Spielmaterial
  • 16 Ortsplättchen
  • 5 Handkarren
  • 15 Erweiterungen für die Handkarren
  • Je Spieler
    • 1 Kaufmann, 5 Gehilfen, 1 Familienmitglied und 4 Warenanzeiger
  • 26 Bonuskarten
  • 16 Moscheeplättchen
  • 10 Nachfrageplättchen für die Märkte
  • 30x 1 Lira, 15x 5 Lira, 12x 10 Lira
  • 4 Postanzeiger
  • 5 Spielerübersichten
  • 1 Startspielerplättchen
  • 1 Gourverneur, 1 Schmuggler
  • 32 Rubine
  • 2 Würfel
  • 2 Spielanleitungen (deutsch / englisch)
Der Spielinhalt
Zwei Spielanleitungen
Dem Spiel liegt nicht nur die englische Anleitung bei, sondern das gesamte Spiel ist für den englischsprachigen Markt geschaffen. Die Ortsplättchen sind doppelseitig und auf der Rückseite befindet sich der englischen Name des Plättchens.

Die deutsche Spielanleitung
Die Münzen
Die Rubine
Die Bonuskarten
Verschiedene Bonuskarten
Die Bonuskarten können die Spieler im Spielverlauf erwerben. Auf diesen Karten wird alles durch Symbole erklärt. Manchmal sind die zwar etwas kryptisch, aber nach einigen Spieler kennt man die Funktionen. Die mitgelieferte Spielerübersicht hilft zusätzlich.

Viele Holzteile
Die Postanzeiger, Würfel, Schmuggler und Gouverneur
Die Spielersteine
Die Kaufmänner mit Gehilfen
Die Pappteile
Das Spielfeld und weitere Spielmaterialien bestehen auf dicker Pappe und machen einen hervorragenden Eindruck.

Die Spielerübersichten
Die Spielübersichten sind ebenfalls aus der dicken Pappe hergestellt. Auf diesen ist nicht nur der Spielablauf aufgedruckt, sondern es werden auch die wichtigsten Symbole und Ereignisse erläutert.

Die Marktkarren
Die Martkarren können zu Spielbeginn nur zwei Waren einer Sorte laden, im späteren Verlauf können die allerdings erweitert werden.

Der Spielplan besteht aus 16 Orten. Dieser Plan kann dadurch immer unterschiedlich aufgebaut werden, somit ergeben sich immer neue Spiele und -situationen.

Die beiden Märkte
Auf den Märkten können die Spieler ihre Waren verkaufen. Jedoch ändert sich die Nachfragesituation und man muss sich immer anpassen.

Sultanspalast & Edelsteinhädnler
Die beiden Orten sind die Hauptquellen, um Rubine zu erwerben. Im Sultanspalast muss man Waren abgeben und beim Edelsteinhändler muss man die Rubine direkt kaufen.

Die Moscheen
In den Moschee kann man Spielverbesserungen erwerben. Hat man pro Moschee zwei unterschiedliche Plättchen erhalten, bekommt man auch einen Rubin.

Die Lager
Besucht man eines der drei Lager, darf man seinen Karren mit der entsprechenden Warensorte vollladen

Karawanserei, Polizeiwache & Brunnen
In der Karawanserei erhält man Bonuskarten. Gefangene Familienmitglieder werden in der Polizeiwache eingesperrt und bei einem Besuch des Händler kann man die eigenen Familienmitglieder wieder befreien.
Der Brunnen dient als Sammelpunkt für den Händler und seine Gehilfen.

Teestube & Schwarzmarkt
Hier wird gezockt. In der Teestube wird um Geld gespielt und auf dem Schwarzmarkt kann man die begehrten Schmuckstücke bekommen.

Postamt & Wagnerei
Im Postamt erhält man Waren und Geld. Und seinen Karren kann man in der Wagnerei ausbauen lassen. 

Die Nachfrageplättchen
Die Nachfrageplättchen werden auf den entsprechenden Märkten platziert und zeigen die aktuelle Warennachfrage an.

Die Handkarrenerweiterungen
Diese Handkarrenerweiterungen werden einfach in die Handkarrenkarten gelegt.

Die Moscheeplättchen
Die Moscheeplättchen können die Spieler erwerben und bieten im Spielverlauf Verbesserungen. Allerdings, je später man die Plättchen kauft, desto schwieriger wird es diese Plättchen zu bekommen.

Der frühe Vogel fängt den Wurm.

Spielablauf

Die Plättchen können zufällig den Spielplan bilden. Dabei gilt es dann einige Regeln einzuhalten. Allerdings können Ortsplättchen eine Hilfestellung bieten.

Aufbauhilfen
Der aufgebaute Spielplan
Jeder Spieler erhält einen Marktkarren, eine Bonuskarte und eine bestimmte Menge an Startkapital.

Bestückter Edelsteinhändler
Einige Felder werden noch mit den entsprechenden Rubinen bestückt.

Startsituation auf dem Brunnen
Die Kaufmänner starten mit ihren vier Gehilfen auf dem Brunnenfeld und beginnen von dort ihrer Handelsreisen.

Besuch im Gewürzlager
Wenn man ein Feld betritt legt man entweder einen Gehilfen ab oder nimmt ihn wieder auf. Sobald man eine diese Möglichkeiten durchführt, kann man das Ortsplättchen aktivieren.
Im Gewürzlager darf man seinen Karren voll mit Gewürzen beladen.

Der Wagen wird beladen
Der grüne Spieler besucht das Postamt und erhält dafür 2 Lira und 2 Waren.

Besuch im Postamt
So läuft man im Spielverlauf die ganzen Orte ab. Kann man keinen Gehilfen zurücklassen, sollte man seine Gehilfen wieder einsammeln oder ggf. das Brunnenfeld besuchen.

In der Wagnerei kann man Erweiterungen für seinen Karren erwerben. Diese ermöglichen, dass man mehr Waren einsammeln kann.

Die Wagnerei
Hat man seinen Wagen voll erweitert, erhält man als Bonus 1 Rubin.

Ein voll ausgebauter Karren
Weitere Rubine kann man auch in den Moscheen erhalten. Hat man von den Moscheen jeweils ein unterschiedliches Plättchenpaar erhalten, bekommt der Spieler einen weiteren Rubin.

Rubine durch Moscheen
Der Hauptanlaufpunkt für die Rubine sind der Sultanspalast oder der Edelsteinhändler. Beim Edelsteinhändler erwirbt man die Rubine mit Geld, wobei der Kaufpreis im Spielverlauf stetig ansteigt.

Der Edelsteinhändler
Der Spieler, der zuerst fünf Rubine auf seinem Karren verladen konnte, ist der Gewinner. Wobei natürlich noch die aktuelle Runde zu ende gespielt wird. Damit wird der Startspielervorteil etwas ausgeglichen.

Spielimpressionen

Meine Meinung

Wer schon auf den Podcast mit Manu und mir geklickt hat, der wird jetzt schon wissen, dass ich "Istanbul" wirklich großartig finde. Ursprünglich wollte ich das Spiel eigentlich links liegen lassen. Es klang für mich erst zu generisch, zu oft dagewesen, ein langweiliges Euro-Game. Aber in meinen Augen ist es das gar nicht.
Ja, man schubst wieder Klötzchen von links nach rechts. Ja, man sammelt waren und verkauft die wieder. Alles irgendwie schon altbekannt. Aber der Bewegungsmechnismus der Händler ist wirklich sehr clever. Ein wenig Worker-Placement, aber zusätzlich muss man noch auf die Platzierung der Personen achten und dabei können die Mitspieler einem manchmal echt die Strategie stören. Man muss stets schauen, wo man steht, wo die anderen stehen und wo man hinwill und ob man noch genügend Gehilfen dabei hat. Das gefällt mir sehr und sorgt für sehr angenehmes Maß an Interaktion.
Zusätzliche sorgen die beiden Sonderfiguren für einen Anreiz, bestimmte Felder eher zu besuchen, aber durch ihre Bewegung auf dem Plan verläuft jede Runde anders.
Richtig gut hat mir die Variante mit den neutralen Scheiben gefallen. Jeder Spieler erhält noch einen neutralen Arbeiter, der im späteren Spielverlauf von anderen Spielern wiederaufgenommen werden können. Die Idee ist wirklich genial und verändert das Spielgefühl nochmal deutlich.
Das Spiel funktioniert sogar in alle Spielerbesetzungen, ich hatte im 2er Spiel genauso viel Spaß, wie im 5er Spiel. Zwar haben mir diese Pseudospieler im 2er Spiel nicht ganz so gut gefallen, dennoch sorgen sie manchmal für eine Behinderung im Besuchen mancher Orte.
Zusätzlich musste ich feststellen, dass das Spiel meist sehr flüssig funktioniert. Zug machen, Ortsplättchen abhandeln und der nächste ist dran. Sogar mit Grübelspieler hält sich die Downtime in Grenzen und die Spielzeit von 40 Minuten ist durchaus realistisch.
Einige Spieler bemängeln allerdings, dass einige Felder oder Kombinationen zu stark seien und sich dadurch unschlagbare Siegstrategie entwickeln können. Ich konnte das nicht feststellen und ich habe jetzt so viele unterschiedliche Strategien kennengelernt, dass es eigentlich keine feste Siegmethode geben kann.
Nachdem ich "Istanbul" gespielt hatte, verstehe ich, dass dieses Spiel den Weg auf die Kennerspiel-Nominierungsliste gefunden hat und für mich ist es der größte Favorit auf den Titel. Ein schnelles, einfaches, aber dennoch auch tiefgehendes Spiel.

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1 Kommentar:

  1. Habe gestern endlich mal die Anleitung durchgespielt, sodass ich heute mit dem Testen beginnen kann... Freue mich schon drauf!

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