7. Juli 2014

Splendor - Funkelnde Pokerchips

Die Serie der diesjährigen Preisträger geht weiter. "Splendor" ist ein weiteres Spiel, was es auf die Nominierungsliste für den Spiel des Jahres Preis geschafft hat. Das Spiel stammt vom neuen französischen Verlag Space Cowboys (In Deutschland wird das Spiel über Asmodee vertrieben). Aber hinter den verstecken sind keine Neulinge, sondern die Space Cowboys sind bereits alte Hasen in der Spieleszene und das merkt man dem Spiel auch gleich an. Aber ich will noch nichts vom Fazit preisgeben.


Worum geht es?

In "Splendor" verkörpert Ihr einen Meister der Händlergilde und versucht durch den Erwerb von Minen und Handwerkern erfolgreich zu sein. Ihr kauft Entwicklungskarten und sammelt damit Prestigepunkte. All dies geschieht mit Pokerchips, die Euer Einkommen repräsentieren. Im späteren Spielverlauf besuchen Euch Adlige, die wiederrum Prestigepunkte einbringen.
Der Spieler, der zuerst 15 Prestigepunkte ansammeln konnte, ist der Gewinner des Spiels.


Die Spielschachtel
Die Rückseite
Die Spielinformationen

Was ist drin? 
  • 40 Chips
    • 7 Smaragd-Chips (grün)
    • 7 Saphir-Chips (blau)
    • 7 Rubin-Chips (rot)
    • 7 Diamant-Chips (weiß)
    • 7 Onyx-Chips (schwarz)
    • 5 Joker-Chips Gold (gelb)
  • 90 Entwicklungskarten
    • 40 Karten Stufe 1
    • 30 Karten Stufe 2
    • 20 Karten Stufe 3
  • 10 Adligen-Kärtchen
  • 1 Spielanleitung in deutscher Sprache
Der Spielinhalt
Die Karten im Tiefziehteil
Ich bin ja ein Fan von Tiefziehteilen. Aber wenn man so ein aufwendiges Plastikteil konzipiert, dann sollte man es auch so konzipieren, dass die Materialien auch richtig reinpassen. die Chips und die Adligen Karten haben tolle Aufbewahrungsmöglichkeiten. Das schaut toll aus.
Leider ist bei den Entwicklungskarten etwas schiefgelaufen, denn die passen nicht wirklich. Wenn man sie Hochkant in der Schachtel lagern will, dann stehen einige Karten über und es passt nicht.

Die Entwicklungskarten in der Schachtel
Zum Glück kann man die Karten aber auch einfach hineinlegen. Problem gelöst, aber schöner wäre es, wenn man sie, nach Stufen sortiert, in der Schachtel hätte lagern können.

Die Spielanleitung
Die Edelsteinchips
Die Edelsteinchips nach Farben sortiert.
Die Edelsteinchips sind das Highlight und der Aufhänger des Spiels. Es sind quasi hochwertige Pokerchips, die sich wunderbar anfühlen und es macht total Spaß mit denen zu spielen und zu hantieren. Bei einer Partie klackert man damit herum, wirft sie über den Tisch und man hat das Gefühl etwas wertiges in der Hand zu haben.

Die Entwicklungs- und Adligenkarten
Die Adligenkarten
Von den Adligenkarten gibt es insgesamt zehn verschiedene. Von denen kommen aber immer nur ein Bruchteil ins Spiel, das ist abhängig von der Spielerzahl.

Die Entwicklungskarten

Entwicklungskarten der Stufe 1

Die Smaragdminen
Die Diamantminen


Entwicklungskarten der Stufe 2

Ein Edelsteinschleifer
Eine Diamantkarawane


Entwicklungskarten der Stufe 3

Ein Prunkvolles Anwesen
Ein Prunkvolles Anwesen 






















Wie funktioniert das Spiel?

"Splendor" ist sehr schnell aufgebaut und spielbereit. Es werden von jeder Stufe der Entwicklungskarten jeweils 4 Karten offen ausgelegt. Diese stehen zum Kauf bereit. Dann kommen noch, von der Spieleranzahl abhängige Anzahl, von Adligen hinzu und eine bestimmte Menge von den Edelsteinchips auf den Tisch. Schon kann das Spiel beginnen. 

Der Spielaufbau

Während eines Spielzuges haben die Spieler folgende Aktionsmöglichkeiten:
  • Chips nehmen
  • Eine Entwicklungskarte reservieren
  • Eine Entwicklungskarte kaufen
Wenn man sich Chips vom Stapel nehmen will, hat man zwei Möglichkeiten. Im unteren Beispiel hat sich der Spieler entschieden drei Chips verschiedener Farben zu nehmen.

Drei Edelsteine verschiedener Farbe genommen.
Eine weitere Möglichkeit ist, sich zwei Chips der selben Farbe zu nehmen. Dabei ist aber darauf zu achten, dass vor dem Nehmen sich mindestens vier Chips in diesem Stapel befinden müssen.

Im Beispiel befinden sich fünf Chips im blauen Stapel und der Spieler entscheidet sich dafür sich zwei blaue Chips zu nehmen.
Insgesamt darf man zehn Chips besitzen.

Fünf Chips im blauen Stapel
Zwei blaue Chips genommen.
Die dritte Aktionsmöglichkeit ist, sich eine Entwicklungskarte zu reservieren. Dafür nimmt man sich eine Karte aus der Auslage und nimmt sie verdeckt an sich. Dafür erhält man zusätzlich noch einen gelben Chips. Diese dienen als Joker und können als jede Farbe gezählt werden.
im späteren Spielverlauf kann man seine reservierten Karten ausspielen, wenn man die Kartenkosten mit den Chips zahlen kann.
Insgesamt darf man drei reservierte Karten auf der Hand halten.

Eine reservierte Karte
Natürlich kann man die Entwicklungskarten auch direkt kaufen. Dafür muss man die, auf der Karten aufgedruckten, Kosten zahlen. Danach legt man die Karte offen vor sich aus. Die gekauften Karten werden in den entsprechenden Reihen sofort wieder aufgefüllt.

Eine gekaufte rote Mine
Die gekaufte rote Karte bietet im späteren Spielverlauf Vergünstigungen auf rote Preise. Die Karte zählt quasi als dauerhafter roter Chip.

Im Beispiel kauft sich der Spieler eine grüne Mine für zwei blaue und einen roten Chip, da die rote Mine einen Rabatt auf den Kaufpreis gewährt.
Die gekauften Karten können zusätzlich noch Prestigepunkte mit sich bringen. Diese Prestigepunkte sind in der oberen linken Ecke aufgedruckt.

Eine Mine mit Rabatt gekauft
So baut man sich im späteren Spielverlauf eine Maschine an, um sich höherpreisige Karten zu kaufen.

Die Maschine beginnt zu laufen
Wenn man die Anforderungen für die Adligen erfüllt, besuchen sie den Spieler dauerhaft und geben zusätzliche Prestigepunkte. In diesem Beispiel erfüllt der Spieler die Anforderung von vier roten und vier grünen Entwicklungskarten.

Anforderung für die Adlige erfüllt
Im späteren Spielverlauf
Wer zuerst 15 Prestigepunkte ansammeln konnte, ist der Gewinner des Spiels.


Was denke ich über das Spiel?

In "Splendor" kann man sich gleich heimisch fühlen, denn das Spiel setzt auf bekannte Mechanismen und erfordert vom Spieler kein Erlernen von innovativen Mechanismen oder komplexen  Regeln. Das kann natürlich auch als der größte Kritikpunkt des Spiels angesehen werden. Man fängt langsam an, nimmt sich ein paar Chips und baut sich dann nach und nach eine kleine Maschine zusammen, damit man sich in den späteren Runden die höherpreisigen Karten nehmen kann. Alles sehr konservativ und recht interaktionsarm. Man kann lediglich durch das Reservieren von Entwicklungskarten mit den Mitspieler interagieren. Aber nach einigen Partien kann man schon erkennen, worauf die Mitspieler bauen und kann deren Strategie etwas durchkreuzen, in geringen Maße.
Anfangs scheint alles recht einfach und es scheint, als habe man wenig Raum für Strategien, aber nach und nach erkennt, dass man verschiedene Wege zum Sieg verfolgen kann. Man kann sich erstmal auf viele Karten der Stufe 1 konzentrieren, oder sich nur auf die Anforderungen der Adligen konzentrieren oder die ganz ausser Acht lassen. Zusätzlich kann man auch die Mitspieler durch das Horten von bestimmten Edelsteinfarben zwingen ihre Strategie zu ändern. Es steckt doch etwas mehr Tiefe drin, als dass es zuerst den Anschein hat.
Was das Spiel allerdings auszeichnet ist der hervorragende Materialqualität. Die Edelsteinchips ziehen die Spieler an, jeder will sie in der Hand halten und ist von deren Schwere total überrascht. Das fordert zum Spielen auf. Die Frage ist allerdings, was vom Spiel wirklich übrig bleiben würde, wenn man die Chips durch normale Pappkarten ersetzen würde? Aber ich finde, dass diese Frage recht unfair ist, denn die Pokerchips tragen sehr zum Spielgefühl bei und runden das Gesamtbild ab.
"Splendor" erfindet kein Rad wirklich neu, aber wer auf der Suche nach einem, einfach zu erklärenden Spiel, mit schnellen Spielabläufen und grandiosem Spielmaterial ist, der darf hier ruhig zuschlagen. Ich bin jetzt schon auf weitere Spiele aus dem Haus der Space Cowboys gespannt.




Kommentare:

  1. Schöne Bilder und gute Regelerklärung. Jetzt brauche ich die Regeln nicht mehr zu lesen, wenn das Spiel morgen bei mir ankommt. :) Ich freu mich drauf. Für mich ist Splendor bis jetzt das interessanteste Spiel der nominierten für Spiel und Kennerspiel des Jahres. Warum kann ich auch nicht genau sagen, wahrscheinlich spricht mich das Material und die Aufmachung besonders an...gespielt habe ich leider noch keines der Spiele.

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  2. Schön, dass Dir der Beitrag gefallen hat. Und ich versuche mittlerweile damit einen kleinen Einblick in den Spielablauf zu gewähren, es soll keine komplette Regelerklärung werden. Also manchmal muss man doch nochmal ein Blick in die Anleitung werfen.

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