12. August 2014

Burgenland - Zügiger Burgenausbau

Inka und Markus Brand sind bekannt einen hohen Output an Spielen zu haben. Und auch dieses Jahr wollen sie uns mit einem Spiel für die ganze Familie beglücken. Das Spiel heißt "Burgenland" und ist bei Ravensburger erschienen. Wenn jetzt einige Spieler stutzen, dann liegt das daran, dass es vor einigen Jahren bereits ein Spiel "Burgen-Land" bei Schmidt Spiele erschienen ist. Das kann sehr verwirrend sein und sorgt in den großen Spieledatenbanken für Verwirrung. Warum sucht sich ein Verlag so einen Spieletitel aus?


Worum geht es in "Burgenland"?

Im "Burgenland" gibt es einen regelrechten Bauboom. Ihr seid Baumeister und müsst in den zahlreichen Burgen Häuser, Brunnen, Mauern und Palasse errichten. Es kommt zu einem Wettrennen um die besten Bauplätze. Ist der passende Bauplatz schon bebaut kann es für euch teuer werden.
Die Gebäude werden mit den passenden Farbkarten errichtet und durch den Bau könnt ihr Boni einsammeln, die Euch das Spiel erleichtern.
Der Spieler, der als erstes alle seine Gebäude bauen konnte ist der Oberbaumeister und Gewinner.


Die Spielschachtel
Die Rückseite
Die Spielinformationen

Was steckt drin?
  • 1 Spielplan
  • 4 Sichtschirme mit Seitenteilen
  • 8 Grenzsteine
  • 9 Tauschplättchen
  • 13 Bonusplättchen
  • 80 Farbkarten (10 pro Farbe)
  • 17 Joker-Karten
  • 12 Baumeisterkarten
  • 11 Brunnenkarten
  • 49 Holzteile
    • 16 graue Mauern
    • 12 schwarze Palasse
    • 12 braune Häuser
    • 8 hellblaue Brunnen
    • 1 roter Brunnen (Anzeigestein)
  • 1 Spielanleitung in deutscher Sprache

Das Spielmaterial
Die Anleitung
Der Spielplan
Die Burgen mit den unterschiedlichen Bauplätzen
Die meisten der Gebäude werden in den elf kleinen Burgen errichtet. In diesen Burgen gibt es insgesamt drei quadratische Bauplätze für die Gebäude und einen Bauplatz für den Brunnen. Die quadratischen Bauplätze geben beim Bebauen unterschiedliche Boni für den Baumeister.

Die große Burg
In der Hauptburg können beliebig viele Gebäude gebaut werden, allerdings ist hier der Baupreis sehr viel höher als in den kleinen Burgen. Man muss sicher hier auch nicht an die Bauregeln halten, allerdings winken hier auch keinerlei Boni.

Der Seitenbereich
Der Bereich für die abgelegten Brunnenkarten
Die Sichtschirme
Ein zusammengebauter Sichtschirm
Die Rückseite eines Sichtschirmes
Hinter den Sichtschirmen werden die Gebäude abgelegt, damit niemand abschätzen kann, wieviele Teile der Spieler schon auf den Spielplan bringen konnte. 
Schön ist, dass der Spielablauf nochmal auf den Spielplan abgedruckt ist, obwohl die ganzen Symbole schon sehr verwirren können. Aber nach etwas Einlesezeit versteht man es und hat dadurch eine gute Hilfestellung.

Die Palasse, Brunnen und der Anzeigermarker
Die Mauern und Häuser
Die Handkarten
Ein Set roter Karten
Die Handkarten gibt es in acht verschiedenen Farben mit Werten von 1 bis 3 Gold. Für den Bau von Gebäuden spielt allerdings nur die Farbe der Karte eine Rolle. Der Wert ist beim Bauen vernachlässigbar. 

Die Jokerkarten
Die Brunnenkarten
Diese Karte zeigt an, in welcher Burg der nächste Brunnen gebaut werden muss.

Die Baumeisterkarten
Beim Bau eines Palasses muss man zusätzlich den Baumeister zahlen. Dafür muss man den aktuellen Baumeisterpreis zahlen. Dieser ist immer unterschiedlich und wird durch die Baumeisterkarten angezeigt.

Die Grenzsteine
Die Grenzsteine werden zwischen die Burgen gelegt und geben vor, mit welchen Karten man in den Burgen Gebäude errichten kann.

Die Tausch- und Bonusplättchen
Die Tausch- und Bonusplättchen kann man für den Bau von Gebäuden erhalten.


Wie funktioniert "Burgenland"?

Die acht Grenzsteine werden zwischen die Burgen platziert und geben so die Farben vor, mit denen man in den Burgen Gebäude errichten kann.
Die Grenzsteine zwischen den Burgen
Jeder Spieler erhält eine bestimmte Anzahl (abhängig von der Spielerzahl) Gebäude und einige Farbkarten, sowie eine Jokerkarte.
Die Gebäude werden hinter dem Sichtschirm versteckt, damit niemand erahnen kann, wieviele Gebäude der Spieler schon auf dem Plan platzieren konnte.

Die Startsituation
Der Spieler, der an der Reihe ist, kann eine von zwei verschiedenen Aktionen ausführen.
  • Aktion A: Einmal bauen
  • Aktion B: Zwei Farbkarten nachziehen
Für den Bau von einem Gebäude muss man vier Farbkarten ablegen. Jede der 11 Burgen liegt zwischen zwei Grenzsteinen. Die Farben der Wappen geben vor, welche Karten ihr zum Bauen in der gewünschten Burg abgeben müsst. Dabei spielt der Zusammensetzung der abgelegten Karten keine Rolle. 
Nun könnt Ihr ein Gebäude auf einem quadratischen Bauplatz platzieren. Dabei sind einige Bauregeln zu beachten, z.B. darf pro Burg nur ein Palass gebaut werden oder es dürfen nur so viele Häuser gebaut werden, wie sich Mauern in der Burg bereits befinden. 
Diese Bauregeln sind etwas kniffelig zu Beginn und man muss öfter in der Regel nachschauen, aber nach einigen Partien kennt man sie und stellen keine Probleme mehr da. 

Eine Mauer wird gebaut
Eine Jokerkarte erhalten
Nach dem Bau winken noch verschiedene Boni. Für den Bau einer Mauer erhaltet ihr eine Jokerkarte und der Bonus, der sich auf dem bebauten Platz befindet. Dies können Tauschkarten sein oder auch Extrageld in Form von Farbkarten.

Ziehen von zwei Farbkarten
Die zweite Aktionsmöglichkeit ist, sich einfach zwei Farbkarten vom Nachziehstapel zu nehmen. Danach ist der Zug auch sofort beendet.

Der Brunnenbau
Für den Brunnenbau gelten etwas andere Bauregeln. Die Brunnenkarten geben vor, in welche Burg der nächste Brunnen gebaut werden muss. In diesem Beispiel ist es die Burg 11.
Nachdem der Brunnen errichtet wurde, erhält man Farbkarten als Bonus ausgezahlt. Der erste Brunnen bringt 5 Münzen ein, der nächste 4 usw.

Bonus für den Brunnenbau
Eine volle Burg
Zwei Mauern und ein Haus
So füllen sich nach und nach die Burgen und irgendwann muss man in der großen Burg bauen, da im späteren Spielverlauf die Bauplätze in den kleinen Burgen ausgehen.

In der großen Burg muss man keine Bauregeln beachten. Es können beliebig viele Palasse, Häuser oder Mauern errichtet werden. Allerdings ist es hier sehr teuer.
Für eine Mauer benötigt man 4 gleichfarbige Karten oder 6 verschiedenfarbige. Für einen Palass 6 gleichfarbige und 8 verschiedenfarbige. Allerdings kommt man manchmal im späteren Spielverlauft nicht herum in der großen Burg zu Bauen, obwohl es halt auch sehr teuer ist. Aber manchmal ist es die letzte Möglichkeit seine letzten Gebäude loszuwerden.

Bauen in der großen Burg

Was denke ich über "Burgenland"?

"Burgenland" wirkt auf mich etwas schizophren. Es hat einen sehr einfachen Spielablauf; entweder ein Gebäude errichten oder zwei Karten nachziehen. Das ist einfach, das ist perfekt für die Zielgruppe. Aber auf der anderen Seite stehen die vielen Sonderregeln, die man beim Bauen von Gebäuden oder den Bonusplättchen beachten muss. In den ersten Partien mit neuen Spielern benötigen sie die ganzen Zeit die Anleitung zum Nachlesen dieser Sonderregeln. Zwar gibt es auch eine Hilfestellung auf den Sichtschirmen, aber die ist stellenweise sehr kryptisch, so daß sie in den ersten Partien nicht unbedingt verstanden wird.
Ansonsten ist das Spielgefühl eines "Zug um Zug" ziemlich ähnlich. Ihr sammelt Farbkarten und baut damit etwas. Allerdings ist man bei "Burgenland" auf den ersten Blick viel stärker dem Glück ausgeliefert, da man die Farbkarten nicht gezielt nachzieht, sondern verdeckt vom Nachziehstapel. Trotzdem spielt die Farbe der Karte wiederrum kaum eine Rolle, da es viele Möglichkeiten gibt das Spiel zu verändern, so dass man irgendwie auch immer der richten Farben auf der Hand hat.
Zusätzliche steht der toll gestaltete Spielplan der Übersicht etwas im Wege, denn oft sind die Wege so lang, dass man die Grenzsteine nicht unbedingt der richtigen Burg zuordnet. Vielleicht wäre da etwas weniger mehr gewesen.
"Burgenland" ist kein schlechtes Spiel, aber leider stehen die vielen kleinen Extraregeln dem Spiel etwas im Weg. Familienspieler haben sicherlich einige Probleme sich da rein zu finden, obwohl die grafische Aufmachung sehr hohen Spielreiz auslösen wird und der Zielgruppe sehr gerecht wird.  Da "Zug um Zug" vom Spielgefühl sehr ähnlich ist, würde ich eher zu diesem Spiel raten.

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