9. Dezember 2014

Blueprints - Hoch hinaus mit Würfeln

"Blueprints" scheint gerade in aller Munde zu sein. Und ich will mich natürlich auch nicht lumpen lassen und will Euch das Material und die Spielabläufe hier im Blog kurz vorstellen. Wer den "Bretterwisser" Podcast verfolgt, der hat von diesem Spiel bereits schon vor einem dreiviertel Jahr gehört, denn der Matthias berichtet in seinem Cannes-Erzählungen davon. Nun hat es Z-Man Games endlich geschafft, dass das Spiel auch in den deutschen Läden zu finden ist. Was für ein Spiel hat sich Yves Tourigny denn hier ausgedacht? Und warum scheint es gerade viele Leute zu begeistern?


Worum geht es?

"Blueprints" wird über drei Spielrunden gespielt und ihr verkörpert einen Architekten. Ihr buhlt um Preis und Auszeichnungen, denn es gilt Gebäude zu errichten. Die Gebäude werden gebaut mit Hilfe von Würfel in verschiedenen Farben, die unterschiedliche Materialien (Holz, Glas, Stein...) verkörpern. Nachdem sechs Würfel platziert wurden folgt die Wertung. Jede Materialart punktet anders, bei den Glaswürfel zählen die Augenzahlen, bei den grünen Würfeln zählt die Gesamtanzahl usw.
Der Spieler, der die meisten Punkte durch sein Gebäude erzielen konnte bekommt die Goldkarte, die bei Spielende drei Punkte Wert ist.
Nach jeder Runde wird aufgeräumt, jeder Spieler erhält eine neue Blaupausen-Karten und die Gebäudepunkte werden wieder auf 0 gesetzt. Der Spieler, der nach drei Runden, die meisten Siegpunkte auf seinen Auszeichnungs- und Preiskarten ansammeln konnte, ist der Gewinner.


Die Spielschachtel
Die Rückseite
Die Spielinformationen

Was steckt in "Blueprints"?

  • 32 Würfel
    • je 8 Würfel pro Farbe
  • 24 Blueprints-Karten
  • 9 Auszeichnungs-Karten
  • 12 Preis-Karten
  • 4 Sichtschirme
  • 1 Wertungsplan
  • 1 Stoffbeutel
  • 4 Punktemarker
  • 1 Anleitung in deutscher Sprache
Der Spielinhalt
Die Anleitung
Die Anleitung ist zwar kurz und versucht alles zu erklären. Aber leider ist sie nicht sonderlich gut strukturiert und wir haben mehrfach nachblättern müssen, um Regelfragen zu klären. Schade, dass diese Anleitung ein paar Mängel vorzuweisen hat. Bleibt noch die Hoffnung, dass Z-Man vielleicht nochmal eine verbesserte Regel beilegt.

Die Spielwürfel und der Stoffbeutel
Die Spielwürfel
Die Würfel haben eine umwerfende Qualität und es hilft extrem, dass es sich hierbei um die so genannten Casino-Würfelt handelt, denn so fällt das Stapeln der Würfel leichter. 

Die Zählsteine
Die verschiedenen Spielkarten
Die Auszeichnungs-Karten
Die Preis-Karten
Diese Preise werden vergeben, wenn es einem Spieler gelingt die Voraussetzungen der Karten zu erfüllen, z.B. ein Gebäude 5 Stockwerke hoch zu bauen oder 5mal die gleiche Materialart zu verbauen.

Die Blueprints-Karten
Die Blueprints-Karten geben vor, wie man sein Gebäude bauen sollen, um sechs Sonderpunkte zu erhalten. Allerdings muss man sich nicht unbedingt an die Vorgabe halten, sondern kann sein Gebäude auch nach eigenen Vorstellungen errichten. Man darf allerdings nicht auf den weißen Flächen bauen.

Die Sichtschirme
Die Rückseite der Sichtschirme
Auf der Rückseite der Sichtschirme sind die unterschiedlichen Wertungsarten der unterschiedlichen Würfelarten nochmal abgebildet. Schön, wenn der vorhandene Platz so genutzt werden kann.

Der Wertungsplan

Wie spielt sich "Blueprints"?

Der Wertungsplan, die Preis- und Auszeichnungskarten werden bereit gelegt.  

Der Spielaufbau
Alle Würfel landen im Stoffbeutel und es werden zwei Würfel herausgezogen und auf den entsprechendne Feldern des Wertungsplanes gelegt. Diese beiden Würfel helfen bei der Rundenwertung Gleichstände aufzulösen.

Die Würfel um Gleichstand zu lösen
Jetzt werden sieben Würfel aus dem Beutel gezogen, gewürfelt und, nach Zahlen sortiert, neben dem Wertungsplan gelegt. 

Die sieben Startwürfel
Jeder Spieler erhält eine Blaupause-Karte, die er hinter seinen Sichtschirm ablegt. Das war eigentlich schon der ganze Spielaufbau und das Spiel kann starten!

Jeder Spieler erhält einen Sichtschirm und eine Blueprints-Karte
Der eigentlich Spielablauf ist wirklich sehr simpel. Ihr sucht Euch einen Würfel aus der Auslage aus und platziert diesen auf euren Blaupausen-Plan. Um in die Höhe zu bauen, muss man allerdings eine Regel beachten. Der Würfel, der auf einen anderen gelegt werden soll muss die GLEICHE oder eine HÖHERE Augenzahl vorweisen. Mehr ist eigentlich nicht zu beachten.

Der Grundstein ist gelegt
 Nachdem ein Würfel gelegt wurde, wird der Fehlende durch einen Würfel aus dem Beutel ersetzt.

Ein neuer Würfel wird gezogen und gewürfelt
 So geht es Spiel reihum und alle Spieler bauen langsam ihr Gebäude auf.

Der zweite Würfel wird platziert
Der dritte Würfel wird platziert
Nachdem der 6. Würfel platziert wurde folgt die Rundenwertung. Alle Spieler zeigen ihr Gebäude und schauen, ob die Blaupausen-Vorgabe erfüllt wurde. Dafür winken 6 Punkte. Aber man muss sich auch nicht an die Vorgabe halten und Freestyle bauen.

Jedes Material wertet sich unterschiedlich, die orangenen Würfel sind wertvoller, wenn sie andere Würfel berühren, die schwarzen sind besser, je höher sie gebaut werden usw. Wie gesagt, auf der Rückseite der Sichtschirme sind die einzelnen Wertungen für die Wertungen sehr schön dargestellt.

Der rote Spieler erhält für sein Gebäude insgesamt 34 Punkte.

Punktevergabe für den roten Spieler
 Der grüne Spieler schafft mit seinem Gebäude nur 31 Punkte.

Punktevergabe für den grünen Spieler
Liegen zwei oder mehr Spieler nach einer Gebäudewertunge gleichauf, kommen die beiden Würfel zum Tragen, die vor der Runde auf den Plan gelegt wurden. Es wird geschaut, wer die entsprechende Würfelart öfter in seinem Gebäude verbaut hat. Herrscht dann immer noch Gleichstand, wird der zweite Würfel hinzugezogen.

Unentschieden an der Spitze
Der rote Spieler hat den Gleichstand für sich entschieden und erhält dafür den goldenen Preis, der bei Spielende drei Siegpunkte wert ist.
Der rote Spieler erhält den ersten Preis
 Man muss sich nicht an die Blaupausen-Karten halten, sondern kann sein Gebäude auch völlig anders bauen. Hier hat sich der Spieler dafür entschieden einen Turm zu bauen....

Unkonventionelles Bauen
 ... dafür bekommt er bei Spielende die entsprechende Auszeichnung, die bei Spielende zwei Siegpunkte wert ist.
Auszeichung für einen 5er Turm
Nach jeder Wertungsrunde werden neue Entscheidungswürfel herausgelegt und die Wertungsscheiben auf 0 gesetzt. Die Punkte aus den vorherigen werden NICHT mit in die neue Runde genommen.
Aufräumen nach der Wertung
Das Spiel endet nach drei Wertungsrunden. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten ist der Gewinner.
Spielende nach drei Runden

Was denke ich über "Blueprints"?

Ich will es kurz machen; selten ist ein Spiel bei mir so eingeschlagen wie "Blueprints". Vielleicht noch das "Dominion", aber diese Spiele kann und will ich hier nicht vergleichen. Aber zurück zum eigentlichen Hauptdarsteller dieses Beitrages. Das Spiel ist sehr eingängig, einfache Regeln und Abläufe. Aber dennoch bietet es noch Raum für Taktiken und Tüfteleien. Ob man nun den Bauplan sklavisch verfolgt oder doch eher das Wagnis eingeht, um die Preiskarten zu erhaschen. Aber dann läuft man Gefahr, dass der Gegner genau das Gleiche vorhat und die Entscheiderwürfel den Gleichstand entscheiden usw. Es gibt viele Möglichkeiten, obwohl das Anfangs erst gar nicht den Anschein hat. 
Es handelt sich hier zwar um ein Würfelspiel, allerdings spielt das Glück eine eher untergeordnete Rolle. Es wird etwas gewürfelt, aber dadurch, dass man stets sieben Würfel zur Auswahl hat, wird der Glücksfaktor wirklich stark minimiert. 
Man könnte natürlich bemängeln, dass hier jeder mehr oder weniger vor sich hinspielt. Das stimmt auch, aber dennoch steigt am Ende jeder Runde doch die Spannung, da ja niemand sehen konnte, was die anderen so bauten. Das ist genau das richtige Maß an Interaktion, was ich mir in so einem Spiel wünsche. Ich will die meiste Zeit mit dem Austüfteln meines Gebäudes beschäftigt sein, da will ich nicht viel Interaktion haben, aber dennoch kommt halt jedes mal die Konfrontation mit den Mitspielern in der Wertungsphase. 
Zusätzlich ist das Spiel knackig kurz. Meist war es bei mir so, dass ich nach der dritten Runde einfach noch weiterspielen wollte. Aber die Kürze sorgt für Druck, der aber nicht überwältigend wirkt. Meist folgte noch eine oder zwei oder drei weitere Partien.
Leider muss ich etwas die Anleitung bemängeln. Dort fehlt etwas die Struktur und auf wichtige Regeln wird nur unzureichend hingewiesen. Ich hoffe, dass der Verlag dort noch etwas nachbessert. 
Dennoch bleibt "Blueprints" für mich die Überraschung 2014 und ich hoffe, dass der Hype dem Spiel nicht schadet und viele Spieler sich für diese Perle aus dem Hause Z-Man entscheiden.

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