30. Januar 2015

Die Staufer - Zeitreise zu den deutschen Kaisern

Nach den Ausflügen in den Wilden Westen in den letzten beiden blogeinträgen, werde ich mich heute wieder ins Deutschland des 12. Jahrhunderts begeben. Also eine gewaltige Zeitreise. Bei dem Spiel handelt es sich diesmal um "Die Staufer" vom Hans im Glück Verlag. Einem der Highlight der vergangenen Spielemesse.
Mit "Russian Railroads" hatte der Verlag ja ein wirklichen Knaller geschaffen, "Helios" hatte mir nicht ganz so gut gefallen. Folgt "Die Staufer" also eher in den Fußstapfen der Eisenbahner oder eher den Priestern im Sonnentempel?


Worum geht es?

"Die Staufer" stellten im 12. und 13. Jahrhundert mehrere deutsche Kaiser. Der berühmteste war König Barbarossa (dem ja auch schon ein Spiel gewidmet wurde). Aber "Die Staufer" dreht sich um Heinrich VI., der es schaffte das Stauferreich zu seiner größten Ausdehnung zu verhelfen.
Ihr reist mit Heinrich VI. durch sein Reich. Ihr besetzt Amtssitze, die euch Vorteile und vor allem Siegpunkte in den Wertungen verschaffen. Wer am Ende die meisten Siegpunkte besitzt hat das Spiel gewonnen.



Die Spielschachtel
Die Rückseite
Die Spielinformationen

Was steckt in "Die Staufer"?
  • 1 Aktions-Tableau
  • 6 Regionen
  • 6 Punkte-Plättchen
  • 1 Nachschub-Tableau
  • 72 Truhen
    • 16x orange, 28x türkis, 10x braun, 18x violett
  • 1 Zählleiste
  • 15 25er Plättchen
  • 5 100er Plättchen
  • 35 Privilegien-Karten
  • 75 Gesandte
    • je 15 in den 5 Spielerfarben
  • 15 Adlige
    • je 3 in den 5 Spielerfarben
  • 20 Familienmitglieder
    • je 4 in den 5 Spielerfarben
  • 18 Auftragskarten
  • 19 Rundenplättchen
    • 6x A, 6x B, 6x C, 1x Schlußwertung
  • 1 Spielübersicht
  • 2 Wertungsmarker
  • 1 Königsfigur
  • 1 Anleitung in deutscher Sprache
  • 1 Beiblatt in deutscher Sprache
Der Spielinhalt
Die Anleitung
Mittlerweile ist man es bei Hans im Glück schon gewohnt, dass die Regel wirklich ansprechend gestaltet und verständlich ist. Und auch hier ist es der Fall. Zusätzlich liegt noch ein Beiblatt bei, dass einige Plättchen und Karten ausführlich erklärt.

Das Beiblatt
Die Vorderseite der Spielübersicht
Die Rückseite der Spielübersicht
Das gesamte Spielmaterial ist doppelseitig bedruckt, so dass sich das Spiel gut an die verschiedenen Spieleranzahlen anpassen lässt.

Das Nachschub-Tableau
Die Rückseite des Nachschub-Tableaus
Die verschiedenen Truhen
Die 25er- und 100er-Plättchen
Die Punkteplättchen und Wertungsmarker
Die Rückseite der Rundenplättchen
Die Vorderseite der A-Plättchen
Die Vorderseite der B-Plättchen
Die Vorderseite der C-Plättchen
Die Spielkarten
Die Priviligien-Karten
Die Auftragskarten
Die Spielfiguren (Adlige, Familienmitglieder und Gesandte)
Die Königsfigur
Die Zählleiste
Auch das Aktionstableau und die Regionsplättchen sind doppelseitig bedruckt. 

Die Vorderseite des Aktions-Tableaus
Die Rückseite des Aktions-Tableaus
Die Regionen
Die Vorderseite des Straßburg-Tableaus
Die Rückseite des Straßburg-Tableaus
Das Palermo-Tableau
Das Nimwegen-Tableau
Das Milano-Tableau
Das Augsburg-Tableau

Das Aachen-Tableau

Wie spielt sich "Die Staufer"?

Zuerst werden alle Regionen zu einem großen Spielplan zusammen geschoben. Dabei ist es egal, welche Region neben welcher Region liegt.

Die zusammengefügten Regionen
Jetzt werden alle die Truhen um den Spielplan platziert.

Die Truhen werden um die Regionen platziert
Auf den Regionen werden die Punkteplättchen verteilt.

Die Punkte-Plättchen werden auf den Regionen verteilt
Danach wird das Nachschubtableau ebenfalls mit Truhen bestückt.

Das Nachschub-Tableau wird bestückt
Jeder Spieler erhält als "Startkapital" vier Gesandte und einen Adligen. Die Adligen sind mehr Wert als die Gesandten und sind in der Wertung wertvoller.

Das "Startkapitel" für den roten Spieler
Natürlich erhält noch jeder Spieler drei Auftragskarten. Diese sollten natürlich verdeckt gehalten werden.
Kurzer Blick in die Auftragskarten
Jetzt werden nur noch die Rundenwertungen zufällig zusammengeschoben und als letztes startet der König auf dem übriggebliebenen A-Plättchen.

Die Rundenplättchen werden zusammen gebaut
Der König startet...
... in Nimwegen
Jetzt beginnt das Spiel mit der Festlegung der Zugreihenfolge. Diese ist nicht festgelegt, sondern kann sich in jeder Runde ändern. Zuerst setzt der grüne Spieler sein Familienmitglied auf dem Aktionsfeld ab. Dann folgen die anderen Spiele reihum. Danach geht es in umgekehrter Reihenfolge zurück und noch einmal zurück, so dass alle drei Familienmitglieder auf dem Feld stehen.

Die Familienmitglieder....
....werden abwechselnd auf dem Aktionstableau platziert
Das Spiel beginnt, indem der erste Spieler sein Familienmitglied entweder auf das Nachschub-Feld oder Einsetzen-Feld setzt.

Der grüne Spieler führt die erste Aktion durch
Er wählt die Nachschubaktion
Der rote Spieler wählt ebenfalls eine Nachschubaktion
Er enthält einen Adligen und eine Truhe
Der blaue Spieler wählt die Einsetzen-Aktion und erhält zusätzlich noch einen Gesandten, da er der erste Spieler auf dieser Aktionsleiste ist.

Der blaue Spieler wählt die Einsetz-Aktion
Mit der Einsetzen-Aktion besetzt man Amtssitze in den Regionen. Dafür muss man mit Gesandten, erst den Weg in die Region bezahlen und dann noch den Amtssitz bezahlen. Für jeden Amtssitz erhält der Spieler eine Truhe.

Er wählt die Region Augsburg und bezahlt den Amtssitz
Nachdem alle Spieler ihre Familienmitglieder bewegt haben, wird die Reihenfolge für die nächste Runde festgelegt. Dabei werden erst die Familienmitglieder der Nachschub-Aktion in die Mitte geschoben, danach folgen die Mitglieder der Einsetzen-Aktion. 

Nachdem alle ihre Aktionen durchgeführt haben...
... wird die neue Reihenfolge festgelegt.
Jetzt folgt die Rundenwertung. Dafür wird zuerst die angezeigte Region gewertet.

Welche Regionen werden gewertet
Die Region Aachen wird als erstes gewertet
Nach Amtssitzen herrscht in dieser Region gleichstand, aber der rote Spieler hat den Amtssitz, der am weitesten links liegt, und entscheidet daher den Gleichstand für sich und erhält 6 Punkte. Blau nur 4 Punkte.
Die Region Aachen wird gewertet
Rot und Blau führen
Aachen ist auch die Region mit den wenigsten Regionen, wird aber nicht nochmal gewertet.
Aachen ist auch die Region mit den wenigsten Truhen
Nach der Wertung folgt die Aufräumphase. Es werden alle gewerteten Amtssitze geleert, Truhen wieder aufgefüllt und der König um die angezeigte Zahl bewegt.

Aufräumphase
Alle "bezahlten" Gesandten, die der König passiert, erhalten die Spieler wieder in ihren Vorrat.
So spielt sich das Spiel noch vier weitere Runden. Während der Runden können die Spieler mit den Truhen noch Vergünstigungen kaufen, so dass z.B. die Spieler weniger bezahlen müssen für Amtssitze oder den Weg.

Der König zieht weiter
Die nächste Runde wird eingeläutet
Volle Region Milano
Das Spielfeld im späteren Spielverlauf
Das Spiel endet nach der letzten Wertung. Es werden noch die Auftragskarten kontrolliert und die Punkte für die Truhen vergeben. Der Spieler mit den meisten Punkten ist der Gewinner.


Was denke ich über "Die Staufer"?

Was stimmt mit mir nicht? "Die Staufer" ist ein ganz tolles Spiel. Es hat einfache und interessante Mechanismen. Jede Runde stellt sich für den Spieler die Frage, ob er lieber Nachschub will oder lieber einsetzen möchte. Das ist nicht schwer, verändert aber für die späteren Runden wieder die Zugreihenfolge. Ich bin eigentlich ein großer Fan von solchen Mechaniken. Immer im Kreis ist langweilig, das bricht die stupide Reihenfolge toll auf. Man bekommt vom Spiel sogar eine Hilfestellung auf welche Ziele man hinarbeiten sollte, sei es durch die Rundenwertung oder die geheimen Spieleraufträge.
Es  ist wunderschön gestaltet, die Materialien sind toll. Aber irgendwie will der Funke bei mir nicht überspringen. Daher zweifele ich echt, ob der Fehler irgendwo bei mir liegt. Denn auf dem Papier müsste das Spiel mich total ansprechen, tut es aber nicht zu 100%. Ich würde das Spiel jederzeit wieder spielen, es spricht mich auch durch eine Einfachheit total an, aber wo ist der Knackpunkt. Vielleicht ist mir das Spiel einfach zu mechanisch und mir fehlt etwas die Atmosphäre, um das Spiel mit mehr Leben zu füllen.
Ich glaube, dass der Hans im Glück Verlag schon zu oft, zu ähnliche Spiele herausgebracht hat. Es ist halt ein Spiel, bei dem der Glücksanteil sehr stark minimiert ist und daher ist das Spiel sehr gut planbar. Und das ist in der Vergangenheit schon öfter auf dem Tisch gewesen. Vielleicht sollte der Verlag mal etwas neues versuchen und neue Wege gehen.
"Die Staufer" ist ein solides Spiel, aber wer der letzten Spiele von Hans im Glück öfters gespielt, der wird zwar einigen neue Mechanismen entdecken, die aber nicht wirklich zu überraschen wissen. Aber wer Lust hat auf mechanisch ausgezeichnete Spiele steht, der sollte hier unbedingt zugreifen.


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Kommentare:

  1. Das mit dem nicht so recht überspringenden Funken trotz tollen Spieldesigns kenne ich.. nachdem ich in den letzten Jahren Eurogames und Workerplacement-Spiele verschlungen habe, ist das Thema derzeit einfach ein wenig ausgereizt. Passiert halt, wie in jeder guten Beziehung muss man also daran arbeiten und mal etwas Neues versuchen - derzeit sind das Spiele mit wohldosiertem Glücksanteil, höherer Interaktion, oder einem toll umgesetzten Thema. Und nach einiger Zeit werden dann sicher auch die guten alten Eurogames wieder so richtig attraktiv aussehen - ganz ohne Schöntrinken. Soweit jedenfalls der Plan :). Spätestens dann werde ich mich mal an die Stauffer und Aquasphere wagen.. danke für den schönen Test!

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  2. hat mich nicht überzeugt, bin froh es nicht gekauft zu haben. Die Zufallsplätten außen herum sind viel zu wenig Möglichkeiten. Da wäre noch Potenzial vorhanden. OK gebraucht für 10 Euro wäre in Ordnung, aber nicht mehr.

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