20. Februar 2015

Cacao - Deliziöser Spielspaß?

Für einen gelungenen Start in den Tag gehört für mich eine Tasse Kakao. Ich bin kein Kaffeetrinker und werde deswegen oftmals schief angeschaut. Jetzt versucht Abacusspiele mir den Spieleabend mit dem Spiel "Cacao" zu versüßen. Das Spiel wurde auf der Spielwarenmessen in Nürnberg vorgestellt und hat mich durch die schöne Covergrafik gleich angesprochen.
Auf den ersten Blick wirkt das Spiel wie eine "Carcassonne"-Variante, aber steckt hinter diesem Spiel mehr oder versucht es auf der "Carcassonne"-Welle mitzuschwimmen?


Worum geht es in "Cacao"?


"Cacao" ist ein recht einfaches Legespiel, aber dennoch kniffliges Legespiel. Als Stammeshäuptling versucht ihr euer Volk mit dem Handel von Kakao zu Ruhm und Wohlstand zu führen. Ihr müsst eure Arbeiter geschickt einsetzen, damit sie Kakao ernten, verkaufen oder den Göttern Tribut zollen. Aber vergesst nicht euer Volk mit genügend Wasser zu versorgen.
Wer bei Spielende das meiste Geld ansammeln konnte, der ist der Oberhäuptling im Dschungel.


Die Spielschachtel
Die Rückseite
Die Spielinformationen


Was steckt in "Cacao"?

  • 44 Arbeiterplättchen in den vier Spielfarben
  • 4 Wasserträger
  • 4 Dorftableaus
  • 28 Urwaldplättchen
  • 20 Kakaofrüchte aus Holz
  • 12 Sonnensteine
  • 48 Goldmünzen
  • 1 Anleitung in deutscher und englischer Sprache
  • 1 Übersicht über die Urwaldplättchen in deutscher und englischer Sprache

Der Spielinhalt
Der Schachteleinsatz
So schön der Schachteleinsatz ausschaut, so unpraktisch ist dieser leider auch. Denn sobald man die Schachtel kippt, fällt alles mehr oder weniger wild durcheinander. Ich denke, dass ich bei meinem Spiel das Tiefziehteil entferne und das Spielmaterial in Tüten verstauen werden.
Das ist eigentlich total schade, denn bei dem Spiel "Royals" (Beitrag folgt) ist das Tiefziehteil wunderbar und nix fällt durcheinander. Aber vielleicht gibt es hier einfach produktionstechnische Gründe.
Die Spielanleitungen in deutsch und englisch
Die deutsche Spielanleitung & Übersicht über die Urwaldplättchen
Die Dorftableaus
Auf dem Dorftableau haben bis zu fünf Kakaofrüchte platz, der Wasserträger wandert dort und die Sonnensteine werden ebenfalls hier platziert.

Die Arbeiter- und Urwaldplättchen
Es gibt zwei verschiedene Arten von Plättchen. Einmal die Urwaldplättchen und die Arbeiterplättchen für jeden Spieler.

Die Arten der Arbeiterplättchen
Auf jedem Arbeiterplättchen sind immer vier Arbeiter abgebildet. Allerdings gibt es drei verschiedene Arten, wie die Arbeiter verteilt sind.

Die Plantagen- und Marktplättchen
Mit den Plantagenplättchen kann man Kakao erhalten und mit den Marktplättchen diesen verkaufen.

Die Goldgrube, die Kultstätte, der Tempel und das Wasserplättchen
Die Goldgrube bringt sofort Geld ein. Bei dem Tempelplättchen kämpfen die Spieler um die Vorherrschaft. Diese wird erst am Ende des Spiels gewertet.
Mit den Kultstätten kann man Sonnensteine erhalten, mit diesen kann man im späteren Spielverlauf eigene Plättchen überbauen.
Die Wasserplättchen sind recht selten im Spiel und meist auch hart umkämpft.

Die Goldmünzen
Die Kakaofrüchte
Die Wasserträger


Wie spielt sich "Cacao"?


Jeder Spieler erhält zu Spielbeginn seine Arbeiterplättchen, ein Dorftableau und einen Wasserträger, der auf das Feld -10 gestellt wird. Im Spielablauf werde ich nur ein 2-Personen-Spiel darstellen. Natürlich ist das Spiel auch mit bis zu 4 Spielern spielbar.

Das Startmaterial für den roten Spieler

Zwei Urwaldplättchen werden aufgedeckt. Der Rest bildet einen verdeckten Nachziehstapel.

Der Nachziehstapel und die Urwaldauslage

Das restliche Spielmaterial wird zur Seite gelegt.

Die Bank
Jedes Spiel beginnt mit einer Kakaoplantage und einem Marktplättchen, die diagonal angeordnet werden.

Die Startplättchen
Jetzt zieht jeder Spieler drei Arbeiterplättchen und nimmt diese verdeckt auf seine Hand (leider konnte ich das hier nicht ganz richtig darstellen.

Die Starthand
In einem Spielzug spielt ein Spieler eine seine Handplättchen aus und legt dieses an ein Urwaldplättchen an.

Der erste Zug
Jetzt wird pro Arbeiter die entsprechende Aktion ausgeführt. In diesem Beispiel erhält der rote Spieler zwei Kakaobohnen ...

Rot bekommt zwei Kakaofrüchte...
... darf diese auf seinem Dorftableau ablegen.

... und diese werden auf dem Dorftableau abgelegt
Jetzt darf der Spieler noch eine Frucht am Mark verkaufen. Dafür erhält er 2 Goldmünzen.

Eine Kakaofrucht kann verkauft werden
Es folgt der weiße Spieler. Er legt sein Plättchenan die Plantage an.

Der weiße Spieler legt an
Sobald sich auf dem Spielplan zwei Kanten mit Dorfplättchen ergeben, wird dieses Feld durch eines der beiden offen ausliegenden Urwaldplättchen aufgefüllt. Dabei darf der aktive Spieler entscheiden.

Die Ecke wird aufgefüllt

Weiß bekommt zwei Kakaofrüchte...
Jetzt erhält der weiße Spieler zwei Kakaofrüchte und kann eine davon am 4er Markt gleich wieder verkaufen.

.. und kann eine gleich wieder verkaufen
Aber auch der rote Spieler darf eine seine Früchte am begehrten 4er-Markt veräußern.

Aber auch Rot kann eine Frucht verkaufen
Manchmal kann man auch gleich zwei der ausliegenden Plättchen anlegen.

Zwei Urwaldplättchen...
... können angelegt werden
Die Sonnensteine dienen in der letzten Spielphase eigene Plättchen zu überbauen. Dadurch kann man nochmal Mehrheiten an den wichtigen Tempeln drehen oder auch mehr Wasser bekommen.

Der rote Spieler erhält zwei Sonnensteine
Jeder Spieler kann drei Sonnensteine auf dem Dorfplan ablegen

Die Goldminen sind eine einfache Methode, um an ein wenig Geld zu kommen.

Eine Goldmine wird gelegt
Die Wasserplättchen sind recht selten, sehr wichtig und daher meist hart umkämpft.

Die Wasserplättchen sind sehr wichtig
Der Wasserträger wandert auf dem Dorfplan
In der letzten Spielphase darf man mit seinen Sonnensteinen eigene Plättchen überbauen.

Mit den Sonnensteinen darf man eigene Plättchen überbauen
Der Spielplan im weiteren Spielverlauf
Sobald alle Plättchen verbaut sind kommt es zu der Endwertung. Jetzt wird geschaut, wer die Mehrheiten in den Tempeln besitzt, wieviel Wasser jeder Spieler besitzt und danach wird das Gold gezählt. Der Spieler mit dem meisten Gold gewinnt.

Wer das meiste Geld besitzt gewinnt!


Was denke ich über "Cacao"?


"Cacao" ist etwas ganz feines. Und damit meine ich nicht nur das Getränk, sondern auch dieses Spiel. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein "Carcassonne"-Abklatsch, aber das ist es ganz und gar nicht und man sollte sich davon bloß nicht abhalten dieses Spiel zu spielen. Ja, es ist ein Legespiel und das Spiel sieht am Ende auch so aus wie ein "Carcassonne" Spielfeld, aber da hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf, denn der Spielablauf und das Spielgefühl unterscheiden sich deutlich. Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen Poker und Bridge miteinander zu vergleichen nur weil es Kartenspiele sind. 
Die grafische Aufmachung und wunderbar, alles sieht toll aus und die Funktionen der Plättchen sind sofort verständlich. Es fühlt sich einfach alles toll an. 
Der Spielverlauf ist sehr einfach, aber dennoch gibt es oft viele knifflige Entscheidungen zu treffen. Man hat drei Plättchen auf der Hand, spielt eines davon aus, gegebenenfalls darf man Urwaldplättchen anlegen, welche soll man davon nehmen? Welche weiteren Möglichkeiten ergeben sich dadurch, was bekommt der Gegner, wenn ich das neue Plättchen anlegen. So ist man auch während des gesamten Spieles bei der Sache, denn wenn Gegner etwas anlegen kann es für einen selbst auch bedeuten, dass man nochmal etwas bekommt oder sich eine neue Spielsituation ergibt. Das sorgt für ein angenehmes Maß an Interaktion und das Spiel ist die gesamte Spielzeit irgendwie in Bewegung. Man passt auf, wie es sich verändert. 
Manchmal hätte ich es mir sogar gewünscht, dass eine Partie ein wenig länger dauert, aber vielleicht sorgt auch diese knappe Spielzeit für den gelungenen Spannungsbogen.
Es wurde das sogenannte Tiefziehteil schon bemängelt und ich will hier auch nicht viele Worte verlieren. Es schaut toll aus, erfüllt seinen Zweck leider nicht. Ich werde den Einsatz entfernen und alles in Tüten sortieren. Ganz einfach. 
"Cacao" ist für mich wirklich eine ganz große Überraschung. Für Familienspieler ist dieses Spiel eine absolute Empfehlung und auch die sogenannten Vielspieler sollten sich dieses tolle Spiel unbedingt mal anschauen, denn sie verpassen sonst ein frühes Highlight des Spielejahres 2015! 


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1 Kommentar:

  1. Tipp: Wenn man nach dem Ausstanzen und Einsortieren die Stanzbögen zurück in das Tiefziehteil legt, sind die Plättchen in den Fächern fixiert und können nicht mehr herausfallen. Wer es schöner mag, kann sich anstelle der Stanzbögen auch ein Stück Schaumstoff oder Styropor entsprechender Dicke zurechtschneiden.

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