16. März 2015

Vollmondnacht - Werwölfe - Quickie mit der Bestie

Seit Jahren will ich immer "Die Werwölfe von Düsterwald" spielen. Und genauso lange liegt dieses kleine Kartenspiel schon in meinem Spieleschrank, ungespielt. Entweder fehlt es an Mitspieler oder an deren Interesse. Und dann kann es bei diesem Spiel vorkommen, dass man lange rumsitzt und dem Spielverlauf unbeteiligt zuschaut, weil man schon in der ersten Nacht getötet wurde. Aber "Vollmondnacht - Werwölfe" begrenzt das gesamte Spiel nun auf eine Nacht und erzeugt ein ganz eigenes Spielgefühl. Seid also gespannt, ob ich nun Werwolf oder Dorfbewohner bin.


Worum geht es in "Vollmondnacht - Werwölfe"?


Viele Spieler kennen bereits "Die Werwölfe von Düsterwald" und wer bereits mit diesem Spiel vertraut ist, der wird sich hier schnell heimisch fühlen. Aber in "Vollmondnacht - Werwölfe" wird das Spiel nur auf eine Nacht beschränkt.
Zu Beginn erhält jeder Spieler eine Rollenkarte, die er geheim hält. Dann schliessen alle die Augen und ein Moderator / Smartphone-App leitet durch das Spiel. Nach einer gewissen Zeit dürfen alle wieder ihre Augen öffnen und die Spieler beginnen mit dem diskutieren, wer nun Werwolf sein könnte. Nach einigen Minuten Diskussionszeit muss jeder Spieler einen anderen Spieler bestimmen, den er für einen Werwolf hält. Jetzt werden alle geheimen Identitäten gelüftet und geschaut, wer welche Rolle verkörpert hat.


Die Spielschachtel
Die Rückseite 
Die Spielinformationen


Was steckt in "Vollmondnacht"?

  • 3 Dorfbewohner
  • 2 Werwolf
  • 1 Seherin
  • 1 Räuber
  • 1 Unruhestifterin
  • 1 Gerber
  • 1 Betrunkener
  • 1 Jäger
  • 2 Freimaurer
  • 1 Schlaflose
  • 1 Günstling
  • 1 Dopplegängerin
  • 16 Spielmarken
  • 1 Spielregel in deutscher Sprache
Die Spielregel
Die Spielmarker
Die Spielmarker sind eigentlich überflüssig, sie sollen aber dem Spielleiter helfen durch das Spiel zu führen. Ich vertraue meist auf die Smartphone-App und lasse diese die ganze Leitungsarbeit übernehmen.

Das Spiel besteht eigentlich nur aus ein paar Rollplättchen. Jede Rolle hat eigene Fähigkeiten, die im Spiel möglichst sinnvoll eingesetzt werden sollten.

Die Dorfbewohner
Die Dorfbewohner haben keine Sonderfähigkeit. Sie sollten im Spiel darauf achten, dass sie einfach am Leben bleiben. Die Dorfbewohner wachen in der Nacht nicht auf.

Die Werwölfe
Die Werwölfe wollen die Dorfbewohner umbringen. In der Nacht wachen sie als erstes auf uns können sehen, wer die anderen Werwölfe sind. 

Die Freimaurer
Freimaurer können ebenfalls in der Nacht herausfinden, wer der andere Freimaurer ist. Sie gehören zur Dorfgemeinschaft.

Der Räuber & der Gerber
Der Räuber vertauscht in der Nacht eine Karte mit einer anderen Person und der Gerber ist von seinem Leben so genervt, dass er am liebsten sterben möchte.

Die Unruhestifterin & die Seherin
Die Unruhestifterin wacht in der Nacht auf und vertauscht die beiden Karten von zwei Spielern, dabei darf sie sich die Karten aber nicht ansehen.
Wenn die Seherin nachts aufwacht, dann darf sie sich eine Karte eines Spielers anschauen, dadurch kann sie erahnen, welche Rolle der Spieler verkörpert.

Der Günstling & die Doppelgängerin
Der Günstling erwacht nacht den Werwölfen, diese geben ihn ein lautloses Zeichen. Dadurch weiss der Günstling, wer die Werwölfe sind, aber die Werwölfe nicht, wer der Günstling ist. 
Die Doppelgängerin ist die komplexeste Rolle. Sie kann jede Rolle eines Spieler quasi kopieren und diese einnehmen. Es wird empfohlen, diese Rolle erst nach einigen Partien ins Spiel zu bringen. 

Der Betrunkene, der Jäger & die Schlaflose
Der Betrunkene vertauscht bei Nacht einfach seine Karte und weiss danach nicht mehr, welche Rolle er verkörpert. Wenn der Jäger getötet wird, dann stirbt auch der Spieler, der für ihn gestimmt hat. Und die Schlaflose wacht nach allen anderen auf und darf kontrollieren, ob sie noch ihre Rolle hat.


Wie spielt sich "Vollmondnacht - Werwölfe"?


Für jede Spieleranzahl schlägt das Spiel ein bestimmtes Setup an Rollenkarten vor. Man kann allerdings die Karten auch so gestalten, wie man selbst Lust hat.

Die Startaufstellung für 3-5 Spieler
Die Rollenkarten werden herausgesucht und gemischt.
Die Startplättchen für vier Spieler
Drei dieser Karten werden in die Tischmitte gelegt und jeder Spieler erhält eine dieser Karten und darf sich diese anschauen. 

Der Spielaufbau 
Was ist meine Rolle?
Natürlich darf man seine Rolle nicht verraten. Wenn ich in der Nacht an der Reihe bin (was der Moderator ansagt) darf ich meine Rollenfähigkeit einsetzen und ggf. meine Karte austauschen.

Meine Räuberkarte...
Ich tausche also meine Räuberkarte mit der Karte eines anderen Spielers. Jetzt bin ich also die Seherin.
... tausche ich mit der eines Mitspielers
Normalerweise wird das Spiel durch einen Moderator geleitet. Es gibt aber auch eine tolle Smartphone-App, die den Moderator ersetzt und wunderbar durch das Spiel führt.
Ich empfehle es allen Spielrunden mit dieser App zu spielen.
In der App gibt man einfach an, welche Rollen mit dabei sind und schon kann das Spiel starten. Das ist wirklich eine super Implementierung durch Technik.

Charakterauswahl in der App
Das Smartphone gibt den Ton an
Nach der Nacht wachen alle Spieler auf und es wird diskutiert, wer nun Werwolf oder Dorfbewohner ist. Durch die App kann man auch die Diskussionszeit sinnvoll eingrenzen.

Countdown zur Entscheidung
Am Ende des Countdowns zeigen alle Spieler auf den Spieler, den sie umbringen wollen. Der Spieler mit den meisten Votes stirbt. Bei Gleichstand sterben beide Spieler.
Jetzt werden alle Rollen aufgedeckt. Die Dorfbewohner gewinnen, wenn mindestens ein Werwolf stirbt, die Werwölfe wenn kein Werwolf getötet wurde.

Wer war welche Rolle

Was denke ich über "Vollmondnacht - Werwölfe"?

Da ich das große "Die Werwölfe von Düsterwald" noch nie gespielt habe, kann ich mich darauf leider nicht beziehen. Für mich ist "Vollmondnacht - Werwölfe" eine ganz neue Erfahrung. Ich und meine Spielegruppen machen gerade die ersten Schritte in dieser Art von Spielen. Wir erweitern gerade unseren Horizont, weg von den ganz klassischen Euro-Games.
"Vollmondnacht - Werwölfe" besticht einfach durch seine Länge. Eine Spielrunde dauert nicht länger als 10 Minuten. Das ist großartig, denn bei diesem Spiel geht es ebenfalls darum, dass Spieler ausscheiden und genau nach diesem Ausscheiden endet dieses Spiel auch. Im "Werwölfe von Düsterwald" kann es halt doch vorkommen, dass man eine halbe Stunde unbeteiligt neben dem Spiel sitzt und wartet, und wartet. Hier ist das nicht so. Das Spiel wurde einfach auf eine Nacht "destilliert", dadurch ergibt sich eine ganz neue Gruppendynamik und Spielgefühl.
Positiv hervorheben möchte ich die Smartphone-App. Diese erleichtert das Spiel ungemein und man kann auf den Moderator verzichten und hat dadurch automatisch einen Mitspieler mehr. Durch die App muss man das Spiel auch nicht großartig erklären. Allerdings sollte man in den ersten Partien den Spielern etwas mehr Zeit geben für die Aktionen, aber das ist alles problemlos konfigurierbar. So mag ich die Einbindung durch die Technik.
Allerdings braucht das Spiel etwas Zeit, um richtig zu zünden. Die ersten Runden schauen sich manche Mitspieler doch sehr fragend an, was sie denn hier eigentlich machen. Aber nach und nach öffnet sich das Spiel und die Möglichkeiten. Und wenn man einen Punkt erreicht hat, dass es langweilig werden könnte, mischt man neue Rollenkarten hinzu und alles ändert sich wieder. Es geht bei diesem Spiel auch nicht um's gewinnen, sondern vielmehr um die Möglichkeiten des Bluffens und Interagierens mit anderen Spielern.
Wer "Die Werwölfe von Düsterwald" immer schonmal spielen wollte, es aber immer an der Mitspieleranzahl gescheitert ist, der sollte sich "Vollmondnacht - Werwölfe" unbedingt anschauen. Denn zum einen ist das Spiel schon ab 4 Spielern gut spielbar, zum anderen wird hier das Spielgefühl wunderbar rübergebracht, in einer viel kürzeren Zeitspanne. Aber meist folgen den ersten Runden viele, viele weitere.

Follow me on Twitter or Facebook


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen