19. Mai 2015

Alpha, Omega und Nominierte

Jetzt ist es also soweit! Dieser Beitrag wird auf zwei Webseiten im Netz stehen und bildet den Anfang von etwas neuem und dem Ende von etwas vertrauten. Ich werde mit diesem Beitrag die Webseite "Brettspiel Lichtbilder" schließen und quasi die "Bretterwisser Lichtbilder" eröffnen. Aber eigentlich will ich darauf nicht so viele Tränen vergießen, denn dieser Schritt ist von mir gewollt und ich freue mich schon tierisch auf das neue Blogsystem und meiner kleinen Vision, die jetzt langsam doch Formen annimmt. Denn ich habe es immer als hinderlich empfunden für den Bretterwisser Podcast, dass wir quasi dreigleisig fahren. Jetzt kommt alles unter ein Dach und es macht halt alles einfach extrem viel Sinn, in meinen Augen. Ausserdem zeigt unser Patreon-Projekt, dass wir schon viele Fans haben und die an uns glauben und unsere Inhalte mögen (hoffen wir zumindest). Jetzt wird alles einfacher für euch und auch für uns, obwohl die nächsten Wochen sicherlich noch eine harte Umgewöhnungszeit bedeuten.

Aber ich will nicht nur über die beiden Blogs reden, sondern auch nochmal meine Gedanken zu den Nominierten zum Spiel / Kennerspiel des Jahres 2015 reden. Ich denke, dass die Nominierten für alle Leser dieser Seite kein Geheimnis mehr darstellen.

Spiel des Jahres

The Game: Ich freue mich sehr, dass es der kleine Nürnberger Verlag und Steffen Benndorf es schon wieder auf die Liste geschafft haben. Vor zwei Jahren war Qwixx in meinen Spielgruppen schon ein Riesenerfolg und ich hatte es schon wieder im Gefühl, dass die Jury um dieses Spiel nicht drumherumkommt.

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Colt Express: Colt Express halte ich persönlich eigentlich schon eine Spur zu komplex für den roten Preis, auf jedenfall liegt es am oberen Ende. Ja, der Einstieg ist recht einfach, aber es gibt halt doch recht viele kleine Regeln und vielleicht ist der Zug etwas zu fummelig. In meinen Augen ist Colt Express der schwächste Kandidat auf dieser Liste.

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Machi Koro: Zu Machi Koro habe ich ein etwas zwiegespaltenes Verhältnis. In meinem Blogbeitrag war ich recht hart mit dem Spiel ins Gericht gegangen, aber in meinem Herzen mag ich dieses Spiel. Ausserdem habe ich im Beitrag bemängelt, dass es mit mehr Karten hätte daherkommen müssen, das wird mit der Erweiterung jetzt verbessert.

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Etwas schade finde ich, dass es Cacao nicht geschafft hat. Vielleicht war es Carcassonne zu ähnlich, was ich eigentlich gar nicht finde, aber der erste Eindruck zählt halt manchmal. Und es kann doch sehr grübelig sein, aber waren das andere Spiele des Jahres nicht auch? Ich denke da an Qwirkle. Oder vielleicht hat die Jury doch noch etwas anderes gestört. Und ich hatte auch schon gedacht, dass es Looney Quest nicht auf die Liste schaffen wird, es sind in dem Spiel einfach zu viele Interpetationsmöglichkeiten vorhanden. Aber dennoch ist das Spielgefühl und die Aufmachung einzigartig. Es kann halt nur drei geben.

Jetzt noch zur Frage, was denke ich? Also ich wünsche mir, dass The Game das Rennen machen wird. Dieses Spiel funktioniert in jeder Gruppe und hat so ein simples Spielkonzept, dass es unglaublich ist, dass es jetzt erst "erfunden" wurde. Aber über die anderen Spiele würde ich mich auch sehr freuen.


Kennerspiel des Jahres

Beim Kennerspiel bewege ich mich persönlich auch schon an der oberen Komplexitätsgrenze, was ich selbst gerne spiele.

Broom Service: Das Spiel hat den Ruf einer 2. Auflage, ist es aber gar nicht. Es ist einfach ein neues Spiel und es hat sehr wenig gemein mit dem Spiel Wie verhext. Es bedient sich einfach einiger Elemente und baut sie zu einem ganz neuen Spiel zusammen und noch viel mehr. Ein super Spiel mit aufregend anderer Aufmachung und grafischer Gestaltung. Das Spiel nimmt sich einfach nicht zu ernst.

Orléans: Zu diesem Spiel kann ich nicht viel sagen, nur dass ich es mit gleich bestellt habe. Ich muss es jetzt einfach spielen, zumal ich ja selbst ein großer Deckbau-Fan bin und die Jury ist jetzt schuld, dass ich 40€ ärmer bin.

Elysium: Die Überraschung für mich! Dieses Spiel schaut erstmal super aus und macht etwas in mir, was selten Spiele erreichen. Sie beschäftigen mich nachhaltig, lassen mich lange über eine Partie nachdenken, ihr kennt sicherlich das Gefühl. Das Spiel möchte, dass ihr eine Maschine euch aufbaut und diese dann, einige Runden später dann wieder zu zerstören. Das sind starke Zwänge, die den Spieler aber sehr auf Trapp halten. Ausserdem sieht das Spiel einfach unglaublich aus.

Auch auf dieser Liste fehlt ein Spiel, das von vielen gewünscht wurde, Auf den Spuren von Marco Polo. Auch ich finde dieses Spiel grandios, aber der Einstieg ist doch etwas höher, als bei den anderen Spielen. Wer schonmal dieses Spiel erklärt hat, der hat sich den Mund doch recht fusselig geredet. Ich denke, dass das Spiel sehr, sehr gute Chancen auf den Deutschen Spielepreis hat. Ihr habt es quasi selbst in der Hand. Oder sollte die Jury noch einen Expertenpreis einrichten? Ich weiß es nicht, aber Matthias hat ein paar Zeilen zu Papier gebracht.

Insgesamt finde ich, dass die Jury einen super Job gemacht hat. Es sind mutige Entscheidungen dabei (The Game, Elysium) und auch sehr konservative (Colt Express, Orléans). Jetzt bin ich natürlich sehr gespannt, was denn nun Preisträger dieses Jahr wird.

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